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Wirtschaft

Belfast: Hafeninvestition von 1,3 Milliarden Pfund zur Stärkung der nordirischen Wirtschaft

Kommissionäre planten Modernisierungen und neue Terminalanlagen

Der Hafenbetreiber von Belfast plante, über die nächsten fünfundzwanzig Jahre 1,3 Milliarden Pfund zu investieren. Diese Investition sollte die starke wirtschaftliche Entwicklung in Nordirland nutzen, was eine der grössten nichtstaatlichen Investitionen in der Geschichte der Region darstellte. Die Belfast Harbour Commissioners erklärten, dass die Mittel für die Modernisierung des Hafens verwendet wurden, wobei auch die Möglichkeit von Wohnbauprojekten in Höhe von 750 Millionen Pfund zur weiteren Investition vorgesehen war.

Der Hafen, der als gemeinnütziger Treuhandhafen fungierte und eine zentrale Lage in der Stadt besaß, verfolgte bereits die erste Investition von 300 Millionen Pfund. Diese Mittel flossen in den Bau neuer Anlagen für Offshore-Windprojekte. Weitere Projekte umfassten die Schaffung von Kais für den Getreide- und Viehhandel, die Aufwertung der Fähreterminale, den Ausbau der Container-Schifffahrtskapazitäten sowie die Errichtung von Stromanschlüssen für anlegende Kreuzfahrtschiffe.

Die wirtschaftliche Entwicklung Nordirlands übertraf in den letzten Jahren die des restlichen Vereinigten Königreichs. Die Hoffnung auf eine weitere Beschleunigung resultierte aus dem post-Brexit-Abkommen, welches der Nation Zugang zu den Märkten des Vereinigten Königreichs und der Europäischen Union gewährte. Die Hafeninvestitionsplanung hing jedoch von der Verabschiedung von Gesetzesänderungen durch die nordirische Versammlung ab, welche den Kommissionären erlaubten, Kapital auf den Finanzmärkten zu leihen.

Der Chef-Executive des Belfast Harbours, Joe O’Neill, äusserte seine Zufriedenheit, dass die notwendigen Gesetzesänderungen bis zum Frühjahr 2027 beschlossen wurden. O’Neill betonte, dass der Hafen von der öffentlichen Finanzierung unabhängig war und alle Investitionen aus eigenen Mitteln tätigte. Er hoffte zudem auf den Nutzen der Entwicklung der hundert Meilen langen Strecke von Dublin nach Belfast, den beiden grössten Städten der Insel.

O’Neill erklärte, dass man bei beschleunigter wirtschaftlicher Entwicklung “vor der Kurve” baue. Er fügte hinzu, dass die Kapazität an wichtigen Häfen an der irischen Ostküste knapper wurde, weshalb der Hafen die notwendige Kapazität für die Insel bereitstellte. Prognosen von Beratungsfirmen deuteten darauf hin, dass der jährliche Hafenhandel von 24 Millionen Tonnen auf zwischen 30 und 50 Millionen Tonnen bis 2050 ansteigen konnte.

Die Infrastruktur des Hafens ruhte weitgehend auf aufgeschüttetem Land, wo einst eine weltweit führende Schiffbauindustrie existierte. Hier befand sich beispielsweise die Werft Harland & Wolff, die das Titanic baute, welches infamös bei seiner ersten Reise im Jahr 1912 sank. Diese Werft wird heute von der spanischen Staatsgesellschaft Navantia betrieben, welche Verträge zur Konstruktion von Unterstützungsschiffen für die Royal Navy erfüllte. Der Wachstumsplan des Hafens beinhaltete zudem die Neuanlage weiterer Flächen, um zum ersten Mal seit fünfundzwanzig Jahren einen neuen Containerterminal zu errichten.

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