Ein tödlicher Vorfall ereignete sich in Berlin nahe dem Pride-Fest. Ein Van stieß in eine Menschenmenge und ein Mann stach anschließend Personen mit einem Messer an. Die deutschen Behörden bezeichneten den Vorfall als islamistischen Terroranschlag und leiteten eine intensive Fahndung nach dem Hauptverdächtigen ein. Bei dem Angriff starb eine Person und zwanzig neun weitere Personen erlitten lebensbedrohliche Verletzungen.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend gegen 22 Uhr im Tiergarten, in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors, während einer der größten Veranstaltungen der LGBTQ+-Gemeinschaft Europas stattfand. Der Bundesminister für Inneres, Alexander Dobrindt, nannte den 21-jährigen Abdul Ballout als Hauptverdächtigen. Es wurde vermutet, dass Ballout das Messer zur Tatwaffe verwendete. Dobrindt betonte, dass die gesammelten Beweise auf einen islamistischen Terroranschlag hindeuteten.
Ballout genoss bereits vor dem Vorfall Aufmerksamkeit durch eine Vielzahl krimineller Vergehen, Radikalisierung und die Zugehörigkeit zur islamistischen Szene. Er besaß eine vorherige Verurteilung und eine suspendierte Strafe. Berichten zufolge war Ballout ein deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln und unterstützte den Islamischen Staat. Er hatte im Vorjahr eine Reise in den Nahen Osten unternommen, um sich dieser Gruppe anzuschließen, und wurde in Deutschland wegen „Vorbereitung eines schweren staatsfeindlichen Verbrechens“ verurteilt.
Die Polizei und Staatsanwaltschaft baten um Unterstützung bei der Suche nach Ballout und warnten die Öffentlichkeit davor, direkten Kontakt mit ihm aufzunehmen, da er möglicherweise bewaffnet und gefährlich sei. Die Ermittler suchten in den frühen Morgenstunden des Sonntags eine Wohnung im Bezirk Schöneberg auf, fanden jedoch niemanden.
Der Vorfall zwang die Organisatoren, eine der größten Pride-Veranstaltungen Europas abzubrechen. Bürgermeister Kai Wegner bezeichnete den Angriff als „Angriff auf unsere freie und kosmopolitische Gesellschaft“. Er betonte, dass die Freiheit Berlins auf die brutalste Weise angegriffen worden sei. Die Ereignisse verstärkten die Besorgnis in Deutschland hinsichtlich der zunehmenden Gewalt und der Bedrohung der Rechte der queeren Gemeinschaft.
Auf europäischer Ebene erfolgte eine Solidarität. Regierungen in Belgien, den Niederlanden und Schweden äußerten sich unterstützend. Die Europäische Kommission bestätigte ihre Anteilnahme und bezeichnete die Pride-Veranstaltung als Ausdruck der fundamentalen Werte der Union. Europäische Staats- und Regierungschefs versicherten ihre Unterstützung für Deutschland und das deutsche Volk. Gleichzeitig kommentierten Rechtsextremisten die Anschläge, wobei die islamistische Bedrohung als ein zentrales Problem für die europäische Zivilisation hervorgehoben wurde.