Ein chinesischer Mann, Wang Zhuang, suchte nach einer Ehepartnerin, doch er traf auf Täuschung. Mit 37 Jahren hatte er fast die Hoffnung aufgegeben, als er auf glänzende Vermittlungsanzeigen stieß, die ihm versprachen, Jahre in der Suche nach einer Zukunft zu sparen. Die Vermittler versicherten ihm, er müsse sich nicht mit einer Beziehung aufbauen, sondern würde einer bescheidenen, hingebungsvollen Frau vorgestellt werden.
Wang glaubte, er habe seine Frau gefunden, die alle Kriterien erfüllte. Doch kaum hatte er geheiratet, brach die Fassade zusammen. Er erkannte, dass die Informationen seiner Ehefrau eine Lüge waren. Sie war eine ehemalige Karaoke-Hostess, die dreimal geheiratet hatte, drei Kinder, eine schwere sexuell übertragbare Krankheit und erhebliche Schulden. Sie hatte sogar ihr Alter verschwiegen.
Die Entdeckung dieser Täuschung stürzte Wangs Familie in den Chaos. Er kämpfte für eine Scheidung und konnte nicht in sein altes Leben zurückkehren, solange er nicht einen Teil seiner Ersparnisse zurückerlangte, die er den Agentur innerhalb weniger Stunden bezahlt hatte. Seine Eltern beschuldigten ihn, er litt unter Schlaflosigkeit und Angst und konnte sich auf seine Arbeit nicht konzentrieren.
Die Geschichte von Wang Zhuang spiegelte ein extremes Symptom der demografischen Krise in China wider. Jahrzehntelang hatte die Kommunistische Partei die „Ein-Kind-Politik“ verordnet. Diese Politik, kombiniert mit einer Präferenz für Jungen, führte zu einem schrumpfenden Pool weiblicher Bevölkerung und einem deutlichen Geschlechterungleichgewicht. In China existierten nun 30 Millionen mehr Männer als Frauen als in Großbritannien oder Australien.
Diese Situation schuf einen hohen Anspruch an Männer. In kleineren Städten oder ländlichen Gebieten suchten Frauen nach Partnern, die ein Auto, ein Haus und ein eigenes Geschäft besaßen. Zudem verlangten viele Familien einen hohen „Brautpreis“, eine langjährige chinesische Tradition, bei der die Brautfamilie Geld an den Bräutigam gab. Dies erhöhte die finanzielle Belastung erheblich.
Diese Verhältnisse begünstigten die Attraktivität von Vermittlungsagenturen wie jene in Guizhou, die eine schnelle Lösung oder „Blitzhochzeiten“ anboten. Obwohl diese Dienste nicht neu waren, fanden viele Agenturen in China gefährdete Zielpersonen unter Männern, die älter wurden und Schwierigkeiten hatten, Partner zu finden. Staatliche Medien berichteten über ein „rasches Wachstum“ dieser Branche, welches „illegale Praktiken und Chaos“ hervorbrachte.
Die Behörden reagierten auf die wachsende Problematik. Zwischen dem Januar 2024 und März 2025 verfolgten Staatsanwälte Fälle im Zusammenhang mit der Vermittlungsbranche. Mehrere Behörden starteten diesen Monat eine landesweite Räumung der Branche, nachdem die Angelegenheit „weit verbreitete öffentliche Besorgnis“ erregte. In einem Fall nutzte eine Agentur Karaoke-Kellnerinnen als Köder, um 128 Opfer in Höhe von über 2,5 Millionen Yuan zu betrügen.
Die Agenturen behaupteten, dass ihre Klienten durch lokale Vermittler und enge Bekanntschaften gut bekannt seien. Sie versicherten, dass die Informationen der Frauen wahr seien und dass sie bei Unwahrheit ihrerseits eine Rückerstattung des Geldes gewährten. Dennoch erkannte Wang, dass die Informationen völlig gefälscht waren. Er erkannte, dass die Agentur, die ihm hohe Gebühren verlangte, keine ordnungsgemäßen Hintergrundprüfungen durchführte.
Die rechtliche Verfolgung dieser Fälle blieb schwierig. Das chinesische Recht besaß keine spezifische Straftatbestimmung für diese Art von Heiratsschwindel. Anklagen erforderten den Nachweis, dass der Zweck des Ehepartners stets die Erlangung des Geldes war. Selbst wenn die Beziehung scheiterte, blieben die rechtlichen Wege zur Rückforderung des Geldes für die Opfer oft verschlossen. Wang verstand nun, dass er sich selbst für den Betrug verantwortlich machte, da nur Frauen mit Problemen solche „Blitzhochzeiten“ akzeptierten.