FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wirtschaft

BHP streicht Plan für Emissionsreduktion in Pilbara-Mine

Investigative Recherchen enthüllten, dass die Bergbauriese das Projekt aufgrund marginaler Wirtschaftlichkeit gestrichen hatte.

Das Bergbauunternehmen BHP schob stillschweigend Pläne für eine Verarbeitungsanlage in der Pilbara-Region ein, welche die Emissionen drastisch reduzieren sollte. Die Anlage sollte die Reinheit und Qualität des Eisenerzes verbessern, was für die globalen Stahlhersteller von entscheidender Bedeutung war. Obwohl BHP das Projekt intern als „ausgezeichneten sozialen Wert“ und „gut abgestimmt“ mit seinem Klimaplan betrachtete, entschied das Unternehmen letztlich, die gesamte Arbeit zu stoppen.

Die höhere Qualität des Eisenerzes ermöglichte es den Kunden, einen Aufpreis zu zahlen, und das Vorhaben erwies sich als wirtschaftlich tragfähig. Es wurde geschätzt, dass das Projekt jährlich 1,7 Millionen Tonnen Scope-Three-Emissionen reduzierte – ein Volumen, das dem Ausscheiden von über 350.000 Fahrzeugen entsprach. Diese Emissionen stellten etwa drei Viertel der gesamten jährlichen Emissionen der westaustralischen Eisenerzsparte von BHP dar.

Dennoch zeigten interne Dokumente aus dem Juni 2025, dass das Unternehmen das Projekt stillschweigend gestrichen und alle weiteren Arbeiten abgebrochen hatte. BHP begründete die Absage mit marginalen Wirtschaftlichkeitsaspekten und der Schwierigkeit, Kapital für dieses Vorhaben im Vergleich zu anderen Projekten zu gewinnen. Diese Entscheidung stellte ein weiteres Beispiel dar, wie BHP bedeutende Projekte, die zur Emissionsminderung beitragen würden, entweder aufschob oder verworfen.

Die Untersuchung, die auf Dokumenten basierte, die der Guardian und Four Corners zugespielt wurden, enthüllte, dass das Bergbauunternehmen zudem ein 50-Megawatt-Solar- und 20-Megawatt-Batterieprojekt in der Pilbara auf Eis legte, obwohl es die Genehmigung des Verwaltungsrates besaß. Des Weiteren verzögerte das Unternehmen ein fast 500-Megawatt-System aus Solar-, Wind- und Batteriespeichersystemen. Gleichzeitig tätigte das Unternehmen weiterhin große Akquisitionen von schadstoffbelasteten Diesel-Lkw für seine Pilbara-Operationen, obwohl es eine Elektrifizierung der Flotte versprach.

Die Dokumentenanalyse wirft ernste Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit des australischen Schutzmechanismus und der zentralen Klimapolitik der Bundesregierung auf. BHP antwortete auf Fragen bezüglich der Anlage nicht spezifisch, betonte jedoch, dass signifikante Fortschritte bei der Reduktion der Scope-One- und Scope-Two-Emissionen erzielt worden seien. Das Unternehmen investierte 2024-2025 60 Millionen US-Dollar in die Reduktion potenzieller Scope-Three-Emissionen und arbeitete mit elf Stahlproduzenten zusammen, die 22 Prozent der globalen Stahlproduktion darstellten.

Experten betonten die strategische Bedeutung von Verarbeitungsanlagen. Ein Ökonom der University of Queensland, Professor Christoph Nedopil, erklärte, dass australische Eisenerzproduzenten entweder ihre Märkte diversifizieren oder die Produktion reduzieren müssten, wenn die steigende Nachfrage nach grünem Eisenerz aus China nicht gedeckt wurde. Er bemerkte, dass Verarbeitungsanlagen eine praktikable Option seien, um die Emissionen in der Eisen- und Stahlherstellung zu senken.

Ein weiterer Experte, Professor Yansong Shen, sah Verarbeitungsanlagen als strategisch wichtig an, um Emissionen in der Stahlherstellung zu reduzieren. Er stellte jedoch fest, dass diese Prozesse zusätzliche Kapitalkosten, Energieverbrauch, Wasserbedarf und operative Komplexität in die Lieferkette einführten. Er betonte, dass Verarbeitungsanlagen nicht als isolierte Lösung, sondern als Teil einer umfassenderen Dekarbonisierungsstrategie zu verstehen seien, welche die Verbesserung der Rohstoffqualität, die Prozesseffizienz, erneuerbare Energien und letztlich kohlenstoffarme Verfahren umfasste. Nedopil warnte zudem vor zusätzlichen Umweltrisiken, wie dem Verbrauch knapper Wasserressourcen in der Pilbara und der Notwendigkeit einer sorgfältigen Bewirtschaftung der Ablagerung von Schlamm und chemischen Rückständen.

BHPEisenerzKlimapolitikPilbaraDekarbonisierung

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp