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Wirtschaft

BHP zieht die Bremse bei Klimaschutz: Dokumente enthüllen Rückschritte bei Emissionsreduktion

Weltweit größter Bergbaukonzern verzögerte Schlüsselprojekte und ignorierte Warnungen vor Reputationsrisiken

Der Weltweit größte Bergbaukonzern BHP zog seine Klimaschutzmaßnahmen zurück. Durch die Veröffentlichung interner Dokumente enthüllten die sogenannten BHP-Akten, dass das Unternehmen Projekte zum Abbau von Emissionen gestoppt oder verzögert hatte. Die Unterlagen zeigten, dass BHP Optionen sorgfältig abwog, um große Investitionen in die Dekarbonisierung seiner Eisenerz-Operationen in Westaustralien auf die nächsten zwei Jahrzehnte zu verschieben.

Eine exklusive Untersuchung, basierend auf Dokumenten, die der Guardian und der ABC vorlegten, zeigte, dass BHP, einer der größten historischen Emittenten Australiens, Pläne für Anlagen verworfen hatte, die Emissionen signifikant reduziert hätten. Das Unternehmen stellte zudem erneuerbare Projekte auf Eis, welche zur Stromversorgung seiner Eisenerz-Operationen in der weiten, ressourcenreichen Pilbara-Region bestimmt waren.

Die gesammelten internen Aufzeichnungen, die als BHP-Akten bezeichnet wurden, zeigten, dass das Unternehmen sich der Verzögerung des Klimaschutzes in der Pilbara bewusst war und dass dies ein „Reputationsrisiko“ darstellte. Die Dokumente belegten, dass eine „dringende Dekarbonisierung im Einklang mit den öffentlichen Verpflichtungen von BHP“ die „Lizenz zum Betrieb“ des Unternehmens untermauerte.

Trotz dieser Warnungen kündigte das Unternehmen seine Dekarbonisierungsstrategie im vergangenen Jahr herunter und kürzte Ausgaben. Bedeutende Investitionen wurden erst ab den 2030er Jahren ermöglicht. Dies geschah angesichts überwältigender Aktionärsunterstützung für dringendes Klimaschutzhandeln und der Genehmigung eines wichtigen Solaranlagenprojekts durch den Vorstand.

Die Dokumente belegten konkrete Rückschritte. Die erste geplante Investition von BHP in den Dekarbonisierungsplan für die Pilbara – ein 50-Megawatt-Solarfeld und eine 20-Megawatt-Batterieanlage bei der Mine Jimblebar – wurde kurz nach Genehmigung und Finanzierung durch den Vorstand im Jahr 2023 aufgehoben. Diese Entscheidung löste interne Kritik aus, da Mitarbeiter die einseitige Einstellung eines von der Vorstandsebene genehmigten Projekts hinterfragten.

Des Weiteren wurde ein umfangreiches System aus fast 500 Megawatt Solar-, Wind- und Batteriespeicherkapazität, das eine kleine Stadt versorgen konnte, erheblich verzögert. Die Unterlagen zeigten, dass dieses System „in seiner jetzigen Form nicht voranschreiten würde“ und erst ab 2031 die Kapitalfinanzierung erhielt, obwohl ursprünglich geplant war, dass es bereits im Dezember 2027 seine erste Energie lieferte.

BHP verworf zudem eine Eisenerzverarbeitungsanlage, die jährlich 1,7 Millionen Tonnen Emissionen hätte verhindern können – das äquivalent von über 350.000 Autos, die der Straße entzogen würden. Dies geschah trotz der Beschreibung der Anlage als „gut auf die Klimatransitionsstrategie“ abgestimmt und der erklärten Dekarbonisierungsziele. Das Unternehmen plante zudem, den Wechsel von Diesel-Lkw auf elektrische Fahrzeuge ab 2027-28 zu vollziehen, doch die Dokumente zeigten, dass es weiterhin um den Erwerb von umweltschädlichen Diesel-Transportfahrzeugen für langfristige Nutzung ging.

Experten und Umweltgruppen äußerten Bedenken, dass das Versäumnis von BHP, dringend zu dekarbonisieren, die nationalen Klimaziele in Frage stellte. Ein Gutachten des Thinktanks Climate Energy Finance betonte, dass BHP die Emissionsziele Australiens fundamental gefährdete. Es wurde argumentiert, dass die Abhängigkeit von Diesel-Fahrzeugen und die Verzögerung bei der Einführung neuer Technologien die Führungsrolle des Unternehmens im Klimaschutz untergruben.

Die Berichte betonten, dass große Bergbauunternehmen mehr als bloße Teilnehmer an der Energiewende seien. Sie könnten durch ihre Größe und Kaufkraft die Gestaltung der Transformation beeinflussen. Experten forderten, dass die Unternehmen ihre Investitionen verstärken und die Erprobung von Technologien mit geringen Emissionen beschleunigen müssten, um die notwendige Veränderung zu vollziehen.

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