Die Girlgroup BIIRD eroberte die britischen und irischen Veranstaltungsorte und unternahm weltweite Tourneen, ohne ein eigenes Musikalbum veröffentlicht zu haben. Bei ihrem Auftritt in Trafalgar Square am St. Patrick’s-Tag 2024 traten elf irische traditionelle Musiker in aufwendigen Kostümen auf, wobei einige Musiker sich nur Stunden vor der Vorstellung kennengelernt hatten. Zwei Jahre später hatte die alle weibliche Supergruppe ein globales Publikum aufgebaut, an den Tourneen mit Ed Sheeran teilnahm und eine globale Fangemeinde entwickelte. Ihr Aufstieg erfolgte rasch, angetrieben durch die Qualität ihrer Live-Auftritte und die Mundpropaganda.
Die Entwicklung der Gruppe war zunächst für die Mitglieder ungewiss. Die Gründerin Lisa Canny hatte jedoch über ein Jahrzehnt hinweg das Konzept der „Spice Girls der Tradition“ diskret vorangetrieben. Ihr Hauptziel bestand nicht nur darin, schöne Musik zu kreieren, sondern das Image von Frauen in der traditionellen und volkstümlichen Musik zu verändern. Canny betonte, dass die Darstellung von Frauen in solchen Ensembles in den bestehenden Darbietungen noch weitgehend veraltet sei. Sal Heneghan, eine Fiedlerin und Harfenistin der Gruppe, beschrieb die neue Form der Darbietung als einzigartig, da sie eine bisher unerreichte Kombination aus all-weiblicher Besetzung und einem „grungigen“ Erscheinungsbild bot.
Die Besetzung der Gruppe entstand nicht durch strenge Auditions, sondern durch ein Netzwerk von Beziehungen, das Canny in der traditionellen Musikwelt aufgebaut hatte. Die Größe der Gruppe war nicht Teil des ursprünglichen Plans, da die Musiker zwischen acht und elf Mitgliedern wechselten, abhängig von der Produktion. Zoran Donohoe, ein Konzertina-Spieler, erklärte, dass Canny die Mitglieder so ausgewählt hatte, dass sie alle einzigartig waren und eine Bühne für sie geschaffen werden musste.
Die Ästhetik der Gruppe war ebenso auffällig wie ihre Größe. BIIRD arbeitete mit irischen Designern und Stylisten zusammen und förderte nachhaltige, theatralische Kleidung von Marken wie Simone Rocha. Korsetts, Glitzer und dunkle Töne stellten eine deutliche Abkehr vom traditionellen Bild einer irischen Folkmusikerin dar. Die erste Fotosession führte dazu, dass in der gesamten traditionellen Musikwelt Fragen aufgeworfen wurden. Die Musiker gewöhnten sich an die neuen, restriktiveren Kostüme, was eine neue Erfahrung darstellte.
Obwohl das Erscheinungsbild modern wirkte, blieb der musikalische Kern der Gruppe tief in der irischen Tradition verwurzelt. Ihre Lieder verbanden irisches Melodieren mit einer lebhaften Mischung aus Schlagzeug, Geigen, Flöten, Harfen, Banjo, Cello und Konzertina. In kleinen, intimen Auftritten konnten die Musiker das Publikum sehr gut fesseln und eine tiefere Verbindung herstellen. Ed Sheeran traf die Gruppe bei einem spontanen Probenauftritt in einem Pub in Wexford und lobte die Gruppe. Sheeran unterstützte die Band auf seiner Tour und nahm sie als Eröffnungsgruppe bei seinen Auftritten teil. Die Musiker erlebten die Freude, ihre Musik in den südlichen Hemisphären zu präsentieren.
Aktuell arbeitete BIIRD an ihrem Debütalbum in den renommierten Decoy Studios in Melton, England. Das Werk sollte einige Originalkompositionen von Canny enthalten. Die Gründerin hoffte, dass die Gruppe den Grundstein für etwas Dauerhaftes legte. Sie meinte, dass die Gruppe inspiriert hatte, Musik zu lernen und zu spielen, insbesondere junge Frauen, die Frauen in diesem Bereich sahen. Sie erhoffte sich, dass in Zukunft weitere BIIRDs ihren Platz füllen würden und dass diese Tradition über ihre Zeit hinaus Bestand hätte.