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Politik

Präsident Biya ordnete Armee um, als seine Abwesenheit Unruhe stoch

Umstrukturierungen im Militär entfachten Debatten über die Führung des Landes

Der 93-jährige Präsident Kameruns, Paul Biya, ordnete eine Umstrukturierung der Armee an, als seine Abwesenheit Besorgnis hervorrief. Der Veteran führte die Ernennungen wichtiger Stellen innerhalb der Streitkräfte durch und beförderte fünf Kolonelle zum Rang von Generalmajor. Eine der neu ernannten Generalmajoren war Raymond Jean Charles Beko’o Abondo, der sofort zum Kommandeur der Elitegarde des Präsidenten ernannt wurde, welche den Präsidenten schützte. Diese Änderungen waren nicht ungewöhnlich unter Biya’s Regierungsführung, insbesondere in Zeiten intensiver öffentlicher Beobachtung oder wahrgenommener Schwäche.

Die jüngsten Verschiebungen im Militär folgten einer Reihe von Ereignissen. Drei Jahre zuvor stürzte ein unerwarteter Putsch in der Nachbarrepublik Gabun die Bongo-Dynastie und schickte Schockwellen über den gesamten Kontinent. Daraufhin ordnete Kamerun unverzüglich eine Neuausrichtung seiner militärischen Führung an. Später, während er für eine kontroverse achte Amtszeit bei der Präsidentschaftswahl kandidierte, ordnete Biya ebenfalls die oberste Führungsebene der Armee neu.

Die Umstände der jüngsten Änderungen lösten eine Debatte aus, insbesondere unter den Nutzern sozialer Medien. Biya vollzog die Ernennungen in separaten Dekreten aus der Schweizer Stadt Genf, wo er seit dem 7. Juni das Land verließ, was sein Team als „kurze private Aufenthaltszeit“ bezeichnete. Viele Kameruner kritisierten den Mangel an Informationen über seine Aktivitäten und die Ungewissheit hinsichtlich der Dauer seiner ausländischen Reise.

Während seiner fast sechzig Tage im Ausland unterzeichnete der Präsident weitere Dekrete, darunter einige, die seiner Regierung erlaubten, Kreditvereinbarungen mit internationalen Finanzinstitutionen abzuschließen. Seine Abwesenheit stoch weitere Spekulationen über seine Gesundheit an. Die Regierung widerlegte jedoch wiederholt Berichte, dass der Staatsoberhaupt im Krankenhaus lag.

Freiheitsgruppen empfanden den Vorfall heftig, als vor zwei Jahren bekannt gegeben wurde, dass die Medien in Kamerun von Berichten über die Gesundheit des Präsidenten ausgeschlossen waren. Der Kommunikationsminister René Emmanuel Sadi erklärte jedoch, der Präsident sei lebend und würde bald in das Land zurückkehren. Er wies zudem Vorwürfe der Opposition zurück, dass die Abwesenheit des neunzigjährigen Führers eine Vakanz an der Spitze des Staates darstellte, und betonte, dass Biya aus Genf weiter arbeitete. Dennoch argumentierte der Stellvertreter der Oppositionsspartei CRM, Mamadou Mota, dass Biya’s anhaltende Abwesenheit ein „offensichtliches institutionelles Vakuum“ schuf. Er betonte, dass ein Land nicht durch Fernsteuerung regiert werden könne, während kritische sozioökonomische Herausforderungen unbeachtet blieben.

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