Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche stand vor einer angespannten Befragung auf dem Kapitol Hill, als er eine dauerhafte Ernennung zur Leitung der obersten Strafverfolgungsbehörde Amerikas suchte. Blanche wurde zu seiner persönlichen Beziehung zu Präsident Donald Trump, den Akten Epstein sowie zu einer umstrittenen Einigung zwischen Trump und der Steuerbehörde befragt. Trump hatte seine vorherige Justizministerin Pam Bondi inmitten eines politischen Aufruhrs wegen der Veröffentlichung der Epstein-Akten abgesetzt. Blanche leitete die Behörde in der Zwischenzeit.
Während seiner Bestätigungsanhörung beantwortete Blanche Fragen zur Unabhängigkeit von Trump. Trump hatte die Justizbehörde unter Druck gesetzt, kontroverse Strafverfolgungen gegen seine Kritiker, darunter den ehemaligen FBI-Direktor James Comey und die New Yorker Staatsanwältin Letitia James, zu verfolgen. Blanche hatte als persönlicher Rechtsbeistand von Trump in vier der vier großen Strafsachen vor der Wahl 2024 gedient. Er erklärte, er sei der Anwalt von Trump gewesen und sei nun stellvertretender Justizminister.
Ein zentraler Punkt der Befragung betraf den ‘Anti-Waffen-Entzugsfonds’. Am Tag vor Blanches Anhörung hatte ein Bundesrichter eine Einigung zwischen Trump, seinen Unternehmen und seiner Familie sowie der Finanzverwaltung (IRS) aufgehoben. Diese Vereinbarung beinhaltete Immunität vor zukünftigen Prüfungen und die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar, der Personen finanzierte, die sich ungerechtfertigt von der Regierung verfolgt fühlten. Republikanische Senatoren forderten Blanche auf, öffentlich zu bestätigen, dass dieser Fonds durch die Einigung tot sei. Blanche versicherte, dass er davon überzeugt sei, dass der Fonds nicht weitergeführt würde.
Die Epstein-Akten stellten die größte Herausforderung für die Justizbehörde seit Trumps Rückkehr dar. Nach öffentlichem Protest befahl der Kongress der Justizbehörde, ihre Sammlung von Millionen von Akten zur Untersuchung des verstorbenen Verurteilten sexuellen Straftäters Jeffrey Epstein freizugeben. Die langsame Freigabe und umfangreiche Redaktionen lösten Kritik bei Gesetzgebern und Überlebenden aus. Blanche räumte ein, dass Fehler gemacht worden seien und etwa ein Prozent der Redaktionen korrigiert werden müsse. Er entschuldigte sich öffentlich für die Fehler, die gemacht worden seien, und versicherte, dass solche Fehler nicht geschehen sollten.
Im weiteren Verlauf der Anhörung stellte Senator Richard Blumenthal die Frage, ob Blanche sich bei den Überlebenden von Epstein für die ‘Mishandling’ und Fehler entschuldigen würde. Blanche antwortete entschieden: Er würde jede Verfehlung, die gemacht worden sei, verurteilen und entschuldigen. Darüber hinaus stellte Senator Chris Coons die Frage nach der möglichen Wahl eines dritten Amtszeit für Präsident Trump, was nach der Verfassung unzulässig sei. Blanche lehnte diese Möglichkeit kategorisch ab.
Obwohl Senator John Cornyn die Unterstützung für Blanche auf dem Justizkomitee noch nicht zugesagt hatte, zeigte Senator Thom Tillis eine gewisse Bereitschaft, ihn zu unterstützen, nachdem Blanche die Fortführung des Fonds zurückwies. Das Komitee musste nun entscheiden, ob die Ernennung von Blanche in den Senat vorgeschlagen wurde und ob die gesamte Kammer ihn bestätigte oder ablehnte.