Ein Gremium des brasilianischen Obersten Gerichtshofs fällte am Dienstag das Urteil gegen Eduardo Bolsonaro. Der Verurteilungsentscheid betraf die Suche nach amerikanischer Unterstützung für die Verteidigung seines Vaters, des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, im Rahmen des Verfahrens gegen ihn wegen angeblicher Verschwörung zur Staatsstreich. Vier Richter des Gremiums unterstützten die Verurteilung und erörterten die Strafe später am Tag.
Das Büro des Generalstaatsanwalts hatte Eduardo Bolsonaro vorgeworfen, US-Behörden kontaktiert zu haben, um seinem Vater bei seinem Verfahren zu helfen. Die Anklage umfasste die Veranlassung von Sanktionen gegen Gerichtsurteile sowie Zölle auf brasilianische Waren. Eduardo Bolsonaro, ein ehemaliger Gesetzgeber, zog Monate vor dem Prozess in die Vereinigten Staaten. Diese Verlagerung erfolgte im Jahr 2025.
In den Vereinigten Staaten baute er aktiv Unterstützung auf, insbesondere bei der Trump-Administration, für seinen Vater. Eduardo Bolsonaro erklärte nach der Verurteilung, er habe nicht ordnungsgemäß über den rechtlichen Prozess informiert worden. Er teilte Reuters mit, dass seine Tätigkeit in den Vereinigten Staaten nicht darauf abzielte, seinen Vater von den brasilianischen Gerichten freizusprechen. Stattdessen zielte seine Arbeit darauf ab, den brasilianischen Obersten Gerichtshof dazu zu zwingen, Beamte zu bestrafen, die nach Ansicht des Sohnes gegen die brasilianische Verfassung verstießen.
Die Entscheidung verdeutlichte die komplexe Verflechtung von politischer Macht und internationaler Einflussnahme. Die Anklage betonte die Gefahr, dass externe Mächte in interne juristische Verfahren eingriffen. Das Urteil stellte somit eine klare Grenze hinsichtlich der Nutzung ausländischer Ressourcen in nationalen Rechtsstreitigkeiten fest. Es zeigte, wie politische Akteure versuchten, durch internationale Kanäle ihre innenpolitischen Ziele zu erreichen.