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Politik

Bolsonaro-Sohn batte Bankier um Filmfinanzierung

Leakte Nachrichten enthüllten finanzielle Verbindungen und erschütterten die politische Landschaft Brasiliens

Flávio Bolsonaro, ein führender Kandidat der rechten Flügels in Brasilien, wurde auf einer gestohlenen Aufnahme gefilmt, wie er einen inhaftierten Bankier um 26,8 Millionen Dollar bat. Der Betrag sollte zur Finanzierung eines Films über seinen Vater, den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, verwendet werden. Die durchgesickerten Sprachnachrichten und Textnachrichten veröffentlichte Intercept Brasil, welche Flávio Bolsonaro später bestätigte, zeigten die Bitte an den Bankier, den Daniel Vorcaro, der mit einem milliardenschweren Betrug in Verbindung stand.

Vorcaro war im Zentrum eines der größten Bankbetrügereien des Landes, deren Gesamtschäden auf 60 Milliarden Realen geschätzt wurden. Flávio Bolsonaro sprach in den Nachrichten den Bankier als „Bruder“ an und drängte ihn auf die Zahlung, um die Vergütung von Jim Caviezel und dem Regisseur Cyrus Nowrasteh zu gewährleisten. Er erklärte, dass die Situation für den Film entscheidend sei und die Zahlungen offen bestanden.

Diese Enthüllungen lösten eine erhebliche Reaktion aus, selbst innerhalb der rechten politischen Strömungen. Einige Beobachter kritisierten die Angelegenheit als einen Schlag ins Gesicht für die brasilianische Bevölkerung. Ein konservativer Abgeordneter schlug vor, Flávio Bolsonaro auf der Kandidatenliste durch seine Ehefrau Michelle zu ersetzen. Der Soziologe Celso Rocha de Barros bemerkte, dass die Verletzung für Flávios Kampagne brutal sei und seine anti-etabлистischen Qualifikationen schnell erodieren könnten.

Die Finanzierung des Films stellte zudem ein Problem dar. Das Budget überschritt die Standards für eine nationale Produktion erheblich. Die Produktionsfirma und der Regisseur verneinten, dass das Projekt jegliche Mittel von Vorcaro oder seiner Bank erhalten hatte. Barros stellte die Frage, wohin das Geld geflossen sei, da die Mittel laut den Produzenten nie bei ihnen angekommen seien.

Die Affäre erschütterte die brasilianische Gesellschaft tiefgreifend, berührte den Sport, die Religion und die Justiz. Zuvor hatte die Polizei den Senator Ciro Nogueira, einen ehemaligen Kabinettsmitglied des Ex-Präsidenten, beschuldigt, monatliche Bestechungsgelder in Höhe von bis zu 500.000 Realen für die Interessen des Bankiers erhalten zu haben. Nogueira wies diese Anschuldigungen zurück. Flávio Bolsonaro wies die Geschichte zunächst ab, bestätigte sie jedoch später als Suche nach privater Förderung für einen Film über seinen Vater.

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