Flávio Bolsonaro, der politische Spitzenkandidat für die nächste Präsidentschaft in Brasilien, versprach die ‘Wiederdemokratisierung’ des südamerikanischen Landes. Diese Äußerungen schürten große Befürchtungen hinsichtlich eines Übergangs zu autoritärer Herrschaft, sollte er die Macht erlangen. Die Forderung nach einer grundlegenden Veränderung der politischen Struktur entfachte heftige Reaktionen unter Historikern und Gegnern des radikalen Populismus Bolsonaros.
Brasilien hatte in den 1980er Jahren eine Wiederherstellung der Demokratie vollzogen, nachdem eine brutale Diktatur von zwanzig eins begann. Sein Vater, der ehemalige Präsident Jair Bolsonaro, pries diese Zeit lange Zeit an. Jair Bolsonaro selbst wurde wegen eines versuchten Staatsstreiches verurteilt und verbrachte siebzehn Jahre im Gefängnis, nachdem er 2022 die Wahl an die linke Regierungsspitze verloren hatte.
Flávio Bolsonaro, 45 Jahre alt, gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahl gegen Lula da Silva und galt als Favorit für die zweite Runde. Er versprach, die zunehmende Präsenz der Rechtspopulisten im Kongress auszunutzen, um die Verfassung zu ändern und das Land ‘wiederdemokratisieren’. Diese Äußerungen wurden als ein Versuch interpretiert, autoritäre Ziele in akzeptable Sprache zu verpacken.
Experten äußerten tiefe Besorgnis. Eine prominente politische Journalistin warnte, dass Bolsonaro mit den Ideen seines Vaters weitergehen würde und dass er mehr Mittel zur Verfügung besaß, um seinen autoritären Plan umzusetzen. Politwissenschaftler bemerkten, dass das Risiko nicht bestand, dass der Sohn seinen Vater kopierte, sondern dass er diesen übertraf. Es bestand die Gefahr, dass die Institutionen von innen heraus demontiert wurden.
Ein Historiker argumentierte, dass Bolsonaro eine neue Generation von Autoritären darstellte, die Demokratie durch die Untergrabung und Besetzung der Institutionen zerstörten. Er bemerkte, dass Flávios Plan eine Korrosion der Demokratie darstellte, sodass Brasilien zu einem System wie Ungarn oder Bukele würde. Die Debatte drehte sich darum, ob die Verwendung des Begriffs ‘Wiederdemokratisierung’ lediglich ein Mittel war, um autoritäre Absichten zu verschleiern.