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Wirtschaft

BP veräußert nordsee-Geschäft: Ein Abschied von sechs Jahrzehnten

Strategische Neuausrichtung unter CEO O’Neill im Kontext des Klimawandels

BP verkündete am Freitag den Beginn eines formalen Verfahrens zur Vermarktung ihres nordseebasierten Öl- und Gasgeschäfts. Dieser Schritt erfolgte im Zuge der Absicht, sechs Jahrzehnte der Produktion aus dem Becken zu beenden. Die Entscheidung resultierte aus dem Bestreben des Unternehmens, seine Struktur zu vereinfachen und die Schuldenlast zu reduzieren, was die neue Geschäftsführerin Meg O’Neill unterstützte.

O’Neill betonte, dass das Nordseegebiet für das Energiesystem des Vereinigten Königreichs weiterhin von zentraler Bedeutung blieb. Sie erklärte jedoch, dass das nordseebasierte Geschäft besser in einer anderen Gesellschaft positioniert sei, da das Unternehmen sein Portfolio und Kapital auf die wertvollsten Möglichkeiten konzentrierte. Sie betonte zudem, dass Großbritannien weiterhin eine wichtige Rolle in BP’s Zukunft spielen würde und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die wirtschaftliche Beteiligung an der britischen Ökonomie wertvoll seien.

Die Beteiligung von BP am Nordsee begann im Jahr 1964 mit der Erteilung der ersten britischen Erkundungslizenz. Das Unternehmen entdeckte 1965 das West Sole-Gasfeld und fand 1970 sein größtes Fundgebiet, das Forties-Feld. Der geplante Ausstieg von BP aus dem Nordseegebiet erfolgte inmitten der globalen Herausforderungen durch die Klimakrise, die zu Waldbränden und Dürrebedingungen in ganz Europa führte.

Um die Bedeutung des Ausstiegs zu bewerten, bezeichnete die Umweltaktivistin Angharad Hopkinson den Rückzug von BP als „die Referenz für ein toxisches, schwindendes Becken“. Sie argumentierte, dass die größten Profiteure des fossilen Brennstofflobby nicht diejenigen seien, die den Ausstieg wählten, wenn die Nordsee wirklich die Sicherheit von Arbeitsplätzen und Energieversorgung garantierte.

Politische Akteure reagierten auf die Entwicklung unterschiedlich. Andy Burnham sprach sich für einen pragmatischen Ansatz bei der Öl- und Gasförderung im Nordseegebiet aus und betonte, dass die Regierung das Potenzial der dort vorhandenen Energieressourcen nicht ignorieren dürfe. Die Energiebeauftragte Miatta Fahnbulleh bestätigte die Vitalität des Nordseegebiets als nationales Gut und versprach, während des Verkaufsverfahrens den Schutz der Arbeiter und der lokalen Gemeinschaft zu gewährleisten.

Stand Ende 2024 betrug die Produktion aus dem britischen Kontinentalschelf 47,7 Milliarden Barrel Öl-Äquivalent (BOE). Die Nordsee Transition Authority schätzte, dass noch 2,9 Milliarden BOE Öl- und Gasreserven im Nordseegebiet verblieben. Zudem existierten geschätzte 6,2 Milliarden BOE an kontingenten Ressourcen sowie 4,6 Milliarden BOE an „prospektiven Ressourcen“, die bei kommerzieller Machbarkeit erschlossen werden konnten.

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