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Kultur

Brexit: Die kreativen Industrien erlitten katastrophale Verluste

Hürden schlossen britische Schauspieler aus dem europäischen Markt aus

Die britischen Schauspieler und Künstler erlebten nach dem Brexit eine erhebliche Einschränkung ihrer beruflichen Möglichkeiten in der Europäischen Union. Eine Vielzahl zusätzlicher Kosten und bürokratischer Hürden schränkten die Chancen für britische Darsteller ein, Aufträge in den EU-Ländern zu finden. Blacklisten für Inhaber des britischen Passes sowie die Aufforderung zur illegalen Arbeit während der Urlaubszeit schufen erhebliche Belastungen.

Mainlandeuropa diente stets als Ausgangspunkt für Darsteller der kreativen Industrien. Dort erlangten sie entscheidende erste Rollen in Fernsehproduktionen, Filmen oder Theaterstücken. Diese Plattformen ermöglichten es ihnen, einen marktfähigen Lebenslauf aufzubauen und ihre Existenz zu sichern.

Der Einfluss des Brexit auf die europäischen Tourneen von Musikern war bereits dokumentiert. Eine Sängerin berichtete, sie müsse eine Plattform zur Veräußerung von Inhalten aufbauen, um Verluste von europäischen Tourneen zu kompensieren. Es gab jedoch relativ wenig öffentliche Aufmerksamkeit bezüglich der Auswirkungen des Austritts aus der Union auf Schauspieler und Darsteller in Film und Fernsehen.

Der Managing Director von Spotlight, der Verzeichnis für Darsteller, erklärte, dass der Brexit britische Künstler in einen kulturellen Sackgasse manövrierte. Er betonte, dass die Möglichkeit, dieses Talent nach draußen zu exportieren, nach dem Brexit erheblich abgenommen hatte. Zwischen 2016 und 2023 sanken die Exportwerte der darstellenden Künste in die EU von 1,15 Milliarden Pfund auf 929 Millionen Pfund. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Exporte in Nicht-EU-Länder einen Anstieg von 18 Prozent.

Neue Barrieren, die den Darstellern einen verheerenden Effekt bescherten, umfassten Visabestimmungen, welche die Arbeitserlaubnis auf maximal neunzig von einhundertachtzig Tagen beschränkten. Zudem entstanden unzählige Zoll-, Steuer- und Dokumentenprozesse, die eine übermäßige Zeit und Kosten für die Bearbeitung erforderten. Die Berufsverbände betonten beispielsweise, dass Mitglieder auf ihre Unterkunftskosten besteuert wurden, da diese als „Leistung in Geld“ klassifiziert wurden, was die Nettoeinkünfte stark beeinflusste.

Die Sozialversicherungsbeiträge wurden in dem Land abgezogen, in dem die Arbeit stattfand, was zu erheblichen Abzügen führte. Das National Theatre stoppte Tourneen in die angrenzenden europäischen Gebiete, und große Bildungstourgruppen drohten ihre Zukunft zu verlieren. Für Darsteller in Werbespots wurde festgestellt, dass Arbeitsplätze in Werbespots nahezu vollständig für britische Künstler unzugänglich wurden.

Für Darsteller mit internationalem Bekanntheitsgrad blieb die Erfahrung relativ unberührt. Dennoch fanden Jobsuchende Schauspieler zunehmend keine Rollen mehr. Es wurde beobachtet, dass Casting-Direktoren vermehrt britische Talente für Aufträge in Australien bevorzugten, während die Möglichkeiten innerhalb der EU stark eingeschränkt blieben. Die jüngeren Darsteller, insbesondere aus der Arbeiterklasse, litten am stärksten unter dem Verlust der EU-Möglichkeiten für Arbeit und Erfahrung. Die Schlussfolgerung war, dass der Brexit für die kreativen Industrien katastrophal gewesen war und eine selbst verursachte Entscheidung darstellte.

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