Britische Jugendliche, die in der Europäischen Union lebten, sahen sich durch eine Änderung der Brexit-Regeln mit stark steigenden Studiengebühren an britischen Universitäten konfrontiert. Eine Anpassung der Vorschriften bedeutete, dass diese jungen Menschen in zwei Jahren den doppelten Nachteil erlitten: sie mussten höhere internationale Gebühren entrichten und verloren den Anspruch auf staatliche Studienfinanzierungen.
Die „Heimgebühren“-Regelung, die britischen Staatsbürgern und ihren Familien in der EU einen Vorteil gewährte, endete mit dem Ende der Übergangsfrist im Jahr 2028. Die erste Gruppe, die von diesen Änderungen betroffen war, begann ihre Hochschulbildung bereits in diesem Herbst. Während die nationalen Gebühren für britische Universitäten gedeckelt waren, konnten Hochschulen eigene Tarife für ausländische Studierende festlegen, welche oft das Dreifache der nationalen Kosten betrugen.
Beispielsweise zahlten Studierende der Wirtschaft an der Universität Warwick 2026 jährlich 35.530 Pfund, während Studierende des Rechts an der Universität Leeds 26.750 Pfund entrichteten. Eine Expertin der Migrationsrecht, Julie Moktadir, erklärte, dass dies das Ende der Übergangsphase markierte und britische Staatsbürger, die in der EU lebten, aber in Großbritannien studieren wollten, als internationale Studierende eingestuft wurden. Zudem verloren sie das Recht auf staatliche Studienkredite, welche für viele von ihnen essenziell waren.
Für Studiengänge, die ab 2028 begannen, mussten die Studierenden vor dem Beginn ihres Abschlusses drei Jahre ordentlich im Vereinigten Königreich ansässig gewesen sein, um die Heimgebühren zu erhalten. Obwohl einzelne Universitäten gewisse Ermessensspielräume besaßen, waren die Kreditgeber an die Regeln gebunden, sodass diese Personen keine Darlehen für ihre Studien beantragen konnten. Dies zwang einige Familien zu schwierigen Entscheidungen bezüglich ihres Wohnortes und ihrer Studienwahl.
Für einige junge Menschen bedeutete dies eine erhebliche Einschränkung ihrer Möglichkeiten. Eine Familie, die nach Deutschland gezogen war, erkannte, dass die Situation der Studiengebühren eine große Hürde darstellte. Die Möglichkeit, Heimgebühren zu erhalten, verlor die jüngere Generation, was die Planung ihrer akademischen Zukunft erschwerte. Es blieb offengelegt, dass die zukünftige Situation der Studierenden stark von ihren persönlichen Umständen abhing, da die Nachweisbarkeit der ordentlichen Ansässigkeit in verschiedenen Ländern komplex war.
Im Rahmen eines Gipfels zwischen EU- und britischen Führungskräften wurden Pläne diskutiert, die Regeln vor dem Brexit wiederherzustellen und die Möglichkeit zu prüfen, dass Studierende unter dreißig Jahren in den Territorien anderer Länder arbeiten und studieren durften. Diese Überlegungen wurden jedoch nach dem Rücktritt des Premierministers ausgesetzt.