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Wirtschaft

Großbritannien: Systemversagen droht junge Generationen zu vernichten

Milburns Bericht warnte vor einer Million zweiundzwanzigzigtausend Arbeitslosen und Nicht-Erwerbstätigen bis 2030

Ein Landmark-Bericht warnte vor einer tiefgreifenden Krise in Großbritannien. Alan Milburn, Leiter der Untersuchung zur wirtschaftlichen Inaktivität junger Menschen, prognostizierte, dass ohne dringendes staatliches Handeln die Zahl der jungen Menschen, die weder in Bildung noch in Beschäftigung waren, bis Anfang der 2030er Jahre eine Million zweiundzwanzigzigtausend erreichen würde. Milburn beschrieb dies als eine Gefahr für eine „Generationen-Risslinie“ zwischen den jungen und den Alten, wenn keine umfassenden Reformen des Bildungssystems, des Gesundheitswesens, des Sozialsystems und des Arbeitsmarktes eingeleitet wurden.

In seinem hoch erwarteten Bericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, argumentierte der ehemalige Gesundheitssekretär der Labour-Partei für eine neue Initiative. Er forderte die Regierung auf, die Reformen der Gesundheits- und Behindertenleistungen neu zu bewerten und gleichzeitig den Zugang zu Arbeitsförderung drastisch zu verbessern. Milburn bezeichnete den Sozialstaat als „verstärkend die Inaktivität“ und betonte, dass neue Arbeitsprogramme die tief verwurzelten Probleme nicht lösen konnten. Er stellte fest, dass es sich nicht um ein Versagen der jungen Menschen handelte, sondern um ein Versagen des Systems, welches ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt verhinderte.

Der Bericht hob hervor, dass das System junge Menschen oft auf einen Weg zu Leistungen statt zu Jobs führte. Milburn forderte die Regierung auf, dies als oberste Priorität zu behandeln. Er warnte davor, dass ein neuer Versuch der Sozialreform nach dem jüngsten Kurswechsel der Regierung in Bezug auf Sozialleistungen gespalten werden könnte, insbesondere angesichts der Sorgen über die Verdrängung von Armut inmitten der Lebenshaltungskostenkrise.

Die Besorgnis in Großbritannien wuchs angesichts steigender psychischer Erkrankungen, der Sorgen in den sozialen Medien und der Veränderung des Arbeitsmarktes durch künstliche Intelligenz. Die Arbeitslosigkeit stieg in den letzten Monaten auf die höchsten Niveaus seit dem Ausbruch der Covid-Pandemie, wobei junge Menschen die Hauptlast der wirtschaftlichen Abschwächung trugen.

Unter dem Druck politischer Herausforderungen und der Debatte über die Verwendung der Regierungszeit musste die Labour-Partei auch interne Konflikte bewältigen. Milburn forderte, dass jede Führungsperson, die in eine allgemeine Wahl gegen die Reformpartei Reform UK trat, die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit als oberste Priorität ansah und eine zentrale Mission zur Reparatur des zunehmend zerbrochenen sozialen Vertrags Großbritanniens verfolgte.

Branchenverbände äußerten sich kritisch. Unternehmer warnten davor, dass die Politik der Labour-Regierung zur Krise bei den Jugendarbeitsplätzen beigetragen hatte. Es wurde festgestellt, dass die Möglichkeiten für Einstiegspositionen in der Gastronomie, im Freizeitbereich und im Einzelhandel stark zurückgingen, während die Stellenangebote für „Samstagsjobs“ sanken und die Ausbildungsbeginn für junge Menschen in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent zurückgingen.

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