Eine britische Frau wurde in Hongkong wegen Erpressung und Verfälschung der Justiz verurteilt. Sie erhielt eine sechsjährige Haftstrafe, nachdem sie eine falsche Vergewaltigungsanklage gegen einen Bankier erhoben hatte. Das Gericht stellte fest, dass die Frau die Anschuldigung fabriziert hatte, um Geld zu erpressen. Die Verurteilung erfolgte nach einer Anklage, die auf den Austausch von Nachrichten zwischen den beiden Parteien beruhte.
Isabel Rose, 26 Jahre alt aus Hackney in London, behauptete, der britische Bankier habe sie vergewaltigt, nachdem sie im Januar 2024 nach Hongkong gereist war. Nachdem sie den Vorfall gemeldet hatte, wurde der Mann festgenommen, jedoch ließ er ohne Anklage freigelassen. Rose wurde anschließend festgenommen und wegen Erpressung sowie Verfälschung der öffentlichen Ordnung angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass Rose die Anschuldigung erfindet hatte, um vom Mann eine Summe von 100.000 Pfund zu erpressen. Die Identität des Bankiers blieb jedoch verborgen. Im Zentrum des Verfahrens standen WhatsApp-Nachrichten, die die Ereignisse nach der angeblichen Vergewaltigung dokumentierten. In einer Nachricht schrieb Rose: „Wolltest du nicht Sex haben“, woraufhin der Mann antwortete: „Was nein, natürlich nicht. Ich war beeindruckt von deiner Zurückhaltung.“
Später schickte Rose eine Nachricht, in der sie erklärte: „Du hast mich letzte Nacht verletzt, ich wollte keinen Sex haben.“ Der Bankier antwortete: „Es tut mir zutiefst leid, ich war etwas betrunken und habe deine Signale falsch interpretiert, das ist keine Entschuldigung und ich weiß, dass es das keine bessere macht.“
In weiteren Nachrichten tauschten sie sich über Geld aus. Rose forderte den Bankier auf, ihr den ausstehenden Betrag zu überweisen. Der Mann übertrug an diesem Tag 5.000 Pfund und versuchte, weitere 5.000 Pfund zu senden. Rose antwortete daraufhin: „Du hast 10 Prozent dessen, was ich schulde. 100 Prozent meiner Seele sind verloren.“
Das Gericht berücksichtigte in seiner Verurteilung teilweise die Nachrichten, die nach dem Treffen ausgetauscht worden waren. Richterin AN Tse Ching erklärte, dass die Angeklagte durch die Erpressung eine „grausame und böse“ Tat begangen hatte. Sie bezeichnete Rose als „Schöpferin ihres eigenen Fehlverhaltens“ und stellte fest, dass ihre falsche Meldung bei der Polizei „leidenschaftlich und boshaft“ gewesen war.