Ein britisch-aserbaidschanischer Staatsbürger wurde in Zypern am 17. Juli festgenommen. Die Behörden verdächtigten ihn der Spionage auf eine britische Luftwaffenbasis auf der mediterranen Insel. Der Verdacht betraf die Weitergabe von Informationen an die islamische revolutionäre Garde des Iran. Die Polizei erklärte, dass die Festnahme im Rahmen der ersten Untersuchung nach dem britischen Gesetz zum nationalen Sicherheitsakt erfolgte.
Rashad Sultanov, 44 Jahre alt aus Islington in Nordlondon, befand sich in Untersuchungshaft, während die Auslieferungsverfahren andauerten. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf Vorfälle an der britischen RAF-Basis Akrotiri in Zypern zwischen Mai und Juni des Vorjahres. Es wurde behauptet, Sultanov habe feindliche Überwachung der Basis durchgeführt und anschließend Informationen an die iranische Sicherheitsorganisation weitergegeben.
Die Leiterin der Terrorismusbekämpfung in London, Helen Flanagan, kommentierte den Fall. Sie betonte, dass dieser Vorgang zeigte, wie das Gesetz zum nationalen Sicherheitsakt im Ausland angewandt werden konnte, wenn britische Militärstützpunkte durch feindliche staatliche Aktivitäten bedroht wurden. Dies unterstrich die Bedeutung der internationalen Sicherheitsarchitektur.
Der Hintergrund dieser Anschuldigungen war stark geopolitisch aufgeladen. Vorher drohte die islamische revolutionäre Garde des Iran mit Angriffen auf britische Militärstützpunkte, die von den Vereinigten Staaten genutzt wurden, um Angriffe auf den Iran zu starten. Im März verursachte ein iranisches Shahed-Drohnenangriff geringfügige Schäden an den Einrichtungen in Akrotiri. Daraufhin erklärte Großbritannien, dass die Basis nicht Teil seiner Verteidigungsvereinbarung mit den Vereinigten Staaten bezüglich der Nutzung britischer Stützpunkte sein würde.
Zusätzlich berichtete man, dass der Iran im März zwei ballistische Raketen auf eine US-britische Militärbasis in Diego Garcia im Indischen Ozean abfeuerte, obwohl diese keine Ziele traf. Akrotiri blieb eine der beiden Basen, die Großbritannien seit der Unabhängigkeit Zyperns im Jahr 1960 behielt. Die Basis diente für militärische Operationen in Irak, Syrien und Jemen.