Mitarbeiter des Britischen Councils in Italien begannen einen Streik, da die Organisation tiefgreifende Stellenreduzierungen ankündigte. Diese Kürzungen zielten auf etwa achtzig Prozent der Belegschaft ab, bedingt durch eine akute Finanzkrise der Einrichtung. Die Massnahmen bedeuteten das Ende achtzig Jahre des britischen Englischunterrichts in Italien im Rahmen der globalen Mission des Councils zur Förderung der britischen Kultur und Bildung.
Die Proteste fanden am Donnerstag bei der britischen Botschaft in Rom statt, und ein weiterer Streik wurde für den vierten Juni geplant. Die Notwendigkeit der Restrukturierung resultierte aus einem staatlichen Darlehen von 197 Millionen Pfund, das auf die Covid-Pandemie zurückging. Dieses Darlehen, das unter der Regierung von Boris Johnson vereinbart wurde, besaß einen geschätzten jährlichen Zins von etwa 14 Millionen Pfund und musste bis September zurückgezahlt werden.
Quellen berichteten, dass die Operationen des Britischen Councils in Italien „extrem stark getroffen“ worden seien. Es wurde betont, dass die geringe Präsenz der Organisation eine starke politische Botschaft sendete, dass Italien wenig wichtig sei. Die italienische Generalstaatsgewerkschaft (CGIL) erklärte, dass die Entlassung von 108 Mitarbeitern aus 130 betraf und diese politische Entscheidung der britischen Regierung hinter einer angeblichen Unternehmenskrise verbarg.
Der Britische Council, eine führende Institution der Soft Power, musste sich aufgrund dieser finanziellen Belastungen umstrukturieren. Die drei Hauptfinanzierungsquellen – Lehre, Prüfungen und Entwicklungsprojekte – welche fünfundachtzig Prozent des Umsatzes ausmachten, standen während und nach der Pandemie unter Druck. Die britische Regierung reduzierte zudem die Unterstützung für Entwicklungsprojekte, was die Möglichkeiten des Councils verringerte.
Der Vorstandsvorsitzende des Britischen Councils, Scott McDonald, hatte zuvor davor dargelegt, dass die Organisation innerhalb eines Jahrzehnts verschwinden könnte und damit den globalen Status des Vereinigten Königreichs gefährden würde. Er meldete dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, dass die Organisation „fast zahlungsunfähig“ sei und sich die Verhandlungen mit dem Foreign, Commonwealth and Development Office (FCDO) ins Stocken geraten seien.
Der Council erklärte, dass er notwendige Schritte unternahm, um Kosten zu senken und die Einnahmen zu steigern, um die Organisation modern und effizient zu gestalten. Es wurde eine Überprüfung der Operationen in mehreren Ländern angekündigt, wobei auch die Schliessung der Lehrzentren in Italien aufgrund veränderter Lernbedürfnisse in Betracht gezogen wurde. Die Organisation versprach, ihre Arbeit in Italien durch starke Partnerschaften fortzusetzen, insbesondere im Bereich der Prüfungen und der Kulturarbeit.