Der britische Minister für Online-Sicherheit besuchte Australien, um praktische Erfahrungen im Rahmen des bevorstehenden Regulierungsplans zu sammeln. Er lernte die Implementierung der Altersbeschränkungen für soziale Medien bei Jugendlichen im Rahmen des australischen Verbots kennen. Diese Reise erfolgte angesichts der Sorge, dass viele Teenager die geltenden Gesetze umgingen.
Die britische Regierung erwartete, innerhalb weniger Wochen eine Maßnahme gegen soziale Medien einzuleiten. Diese könnte den australischen Vorbildern folgen und den Zugang zu Plattformen für Jugendliche einschränken. Dies umfasste die Einführung von Altersgrenzen oder Änderungen an den Designs, die als süchtig machend galten, bis zum Ende des Jahres.
Kanishka Narayan traf sich während seiner Woche in Australien mit staatlichen und Bundesministern, Schülern sowie der australischen Online-Sicherheitsregulatorin, der eSafety-Kommissarin Julie Inman Grant. Die Debatte um das australische Verbot konzentrierte sich stark auf dessen tatsächliche Wirksamkeit. Die Daten der eSafety-Kommissarin zeigten jedoch, dass zwei Drittel der Jugendlichen unter sechzehn Jahren nach Inkrafttreten des Verbots weiterhin soziale Medien nutzten.
Fünf Unternehmen, darunter Snapchat, TikTok, YouTube, Instagram und Facebook, standen wegen Nichteinhaltung des Verbots unter Untersuchung. Narayan betonte, dass Australien ein Pionier in diesem Bereich gewesen war und das Vereinigte Königreich von diesem Vorbild lernen konnte. Er erklärte, dass der Vorteil des zweiten Schrittes darin lag, praktische Implementierungserkenntnisse zu gewinnen. Er stellte fest, dass das Vereinigte Königreich bei der Begrenzung von Plattformen bestimmen müsse, welche Plattformen ausgeschlossen wurden und welche Methoden zur Sicherstellung des Alters der Nutzer am effektivsten seien.
Die eSafety-Kommissarin berichtete dem australischen Parlament von mangelhaften Umsetzungspraktiken einiger sozialer Medienunternehmen. Sie erwähnte, dass eine Plattform beispielsweise den Nutzern durchschnittlich 24 Versuche pro Tag zur Bestätigung des Alters durchführen ließ. Dennoch zeigten die Unternehmen Verbesserungen, als sie auf Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar pro Verstoß hingewiesen wurden. Dies führte zur Einführung weiterer Altersprüfungen und vereinfachte die Meldung von Konten durch Eltern.
Darüber hinaus unterzeichneten das Vereinigte Königreich und Australien diese Woche ein Memorandum of Understanding. Dieses diente dem Austausch von Informationen zwischen dem britischen AI Security Institute und dem australischen AI Safety Institute bezüglich der neuesten Entwicklungen bei Spitzenkünstlicher Intelligenz und der Prävention von Cyberangriffen. Narayan betonte, dass die Informationsbeschaffung über Spitzenmodelle nicht auf dem Vertrauen in die KI-Unternehmen beruhte. Er erklärte, dass die Sicherheit nicht auf dem Vertrauen in Firmen aufgebaut werden könne, sondern auf internen Fähigkeiten in der Gesellschaft. Die britische Politik konzentrierte sich darauf, die eigenen Fähigkeiten zu stärken, um gegen Risiken widerstandsfähig zu sein.