Die britische Soft-Power-Agentur, der British Council, sah sich mit drastischen Kürzungen der Belegschaft und der Schließung von Betriebsstätten in elf Ländern konfrontiert. Dies geschah, weil die Organisation darum kämpfte, ein erdrückendes Darlehen in Höhe von 197 Millionen Pfund aus der Covid-Zeit zurückzuzahlen. Die öffentliche Ausgabenaufsicht stellte fest, dass die Agentur sechs Jahre nach der Pandemie verlusttragend operierte und erst ab 2029 oder 2030 einen Gewinn erwarten ließe.
Ein Bericht des National Audit Office zeigte, dass die Rückzahlung des Darlehens, ursprünglich 60 Millionen Pfund plus Zinsen, nun 197 Millionen Pfund betrug und für September 2027 fällig wurde. Seit 2024 zahlte die Agentur zwar 42 Millionen Pfund an Zinsen, hatte jedoch keinen Kapitalbetrag zurückgezahlt. Insgesamt hatte die Agentur seit Beginn der Pandemie Nettoverluste von 184 Millionen Pfund erlitten.
Die Agentur stand vor der Notwendigkeit, einen Plan zur Wende vorzulegen. Dieser Plan sah weitere Personalreduktionen von etwa 15 Prozent vor, was ungefähr 1.180 Mitarbeiter aus einer globalen Belegschaft von 7.880 bis 2029 oder 2030 durch Entlassungen und Vertragsverlängerungen eliminieren sollte. Hinzu kamen die bereits seit 2021 verlorenen 2.110 Arbeitsplätze. Darüber hinaus sollten Betriebsstätten in elf Ländern geschlossen und in fünfzehn weiteren Ländern reduziert werden.
Diese Maßnahmen führten zu Protesten der Mitarbeiter in ganz Europa, insbesondere in Spanien und Italien, sowie zu Misstrauensbekundungen gegen die Geschäftsführung des British Council. Die Agentur hatte zuvor angeboten, das Darlehen durch den Austausch ihrer Kunstsammlung, die Werke von Künstlern wie LS Lowry und David Hockney enthielt, zu begleichen, ein Vorschlag jedoch abgelehnt wurde. Auch die Forderung nach einer vollständigen Schuldentilgung wurde von der FCDO und dem Finanzministerium aufgrund des UK Subsidy Control Act 2022 abgelehnt.
Der Vorsitzende des öffentlichen Rechnungsausschusses beschrieb die finanzielle Lage der Agentur als „zutiefst besorgniserregend und nicht tragbar“. Er betonte, dass es nicht nachhaltig sei, dass die FCDO und der British Council das Darlehen Jahr für Jahr verlängerten, sondern dass eine dauerhafte Lösung so schnell wie möglich gefunden werden müsse, um die Überlebensfähigkeit des British Council langfristig zu sichern.
Ein Sprecher des British Council begrüßte den Bericht und versicherte, dass die Organisation alle notwendigen Schritte unternahm, um die Kosten signifikant zu senken und die Einnahmen zu steigern. Er betonte, dass die Agentur weiterhin mit der FCDO zusammenarbeitete, um die zentrale Angelegenheit des 197-Millionen-Pfund-Darlehens zu klären, und eine Lösung für das Darlehen zu erarbeiten, um die Mission des British Council fortzusetzen.