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Welt

Brutaler Überfall in Bihar: Polizeigescheiter und mangelnde Hilfe bei sexueller Gewalt

Ein neuer Fall beleuchtet die mangelnde Reaktion der Behörden und die anhaltende Desensibilisierung der Gesellschaft

Vor dreizehn Jahren erregte ein Überfall auf einem Bus in Delhi globale Aufmerksamkeit. Nun berichtete ein neuer Fall von brutaler sexueller Gewalt in Bihar, der die mangelnde Reaktion der Polizei und medizinischer Stellen auf Opfer von Vergewaltigungen in ländlichen Gebieten verdeutlichte. Die 28-jährige Mutter von vier Kindern wurde in ihrem eigenen Zuhause von einer Gruppe Männern angegriffen und vergewaltigt, wobei Objekte in ihre Vagina eingeführt wurden.

Die Tat ereignete sich in einer Dorfgemeinschaft in Begusarai, einem Bezirk, der als sozial und wirtschaftlich rückständig eingestuft wurde. Die Aufmerksamkeit erlangte der Fall, als Krankenhausbeamte bestätigten, dass sie mit Objekten angegriffen worden waren, die die Ärzte entfernten. Die Frau legte zudem eine Geschosskapsel vor, welche sie als eines der verwendeten Gegenstände nannte.

Bei der Darstellung des erschreckenden Angriffs berichtete Soma, sie befand sich nachts im WC außerhalb ihres Einzimmerhauses, als fünf Männer eindrangen. Sie erklärte, sie wurde entkleidet, mundgehalten und die Hände gebunden. Als sie versuchte zu Widerstand zu leisten, schlugen sie ihr mit einem Messer in die Brust und vergewaltigten sie.

Ihr Ehemann ignorierte zunächst ihre Schreie, doch er wurde misstrauisch und versuchte zu überprüfen. Da das Haus jedoch von außen verschlossen blieb, rief er einen Nachbarn, der die Tür öffnete. Alle sahen ihren Zustand und begannen zu weinen.

Der Superintendent der Polizei Begusarai erklärte, dass Soma’s medizinischer Bericht die sexuelle Übergriff bestätigt habe. Es seien drei identifizierte und zwei unidentifizierte Täter im Verfahren genannt worden. Ein Sonderermittlungsteam (SIT) führte Durchsuchungen durch, um die weiteren Verdächtigen festzunehmen, und die Ermittlungen liefen weiter.

Die Polizei berichtete, dass Soma und ihr Ehemann wenig Hilfe von Polizei oder medizinischen Stellen erhielten. Der Ehemann, ein E-Rikscha-Fahrer, brachte seine bewusstlose Frau etwa drei Kilometer zum Polizeirevier. Die Polizei lehnte die Erstattung einer Anzeige ab und riet ihm stattdessen, sie zu einem Arzt zu bringen. Der Leiter der Polizeistation wurde wegen „Nachlässigkeit, Apathie und Unsensibilität“ suspendiert. Eine Strafanzeige wurde am 13. Juni bei der örtlichen Polizeidienststelle registriert.

Seit dem Überfall kämpfte Soma und ihr Ehemann auch um angemessene medizinische Versorgung. Eine nahegelegene Privatklinik lehnte sie bei der Nacht des Angriffs ab, da sie keine Notfälle behandelte und keinen Arzt im Dienst hatte. Sie gelangte stattdessen in ein kommunales Gesundheitszentrum, wo sie Erste Hilfe erhielt, bevor sie in ein Distriktkrankenhaus überwiesen wurde.

Der behandelnde Arzt erklärte, dass die Frau mit Magenbeschwerden eingetroffen war und die Vergewaltigung erst am 13. Juni bekannt wurde. Nach dieser Information führten die Ärzte umgehend eine Untersuchung durch. Nach der Entlassung verbrachte Soma den nächsten Tag im Krankenhaus. Eine Dorfbewohnerin, die sie nach ihren Ohnmachtsanfällen und starken Magenbeschwerden untersuchte, warnte vor etwas im Körper. Am 18. Juni zeigte Soma eine Geschosskapsel, die aus ihrer Vagina gefallen war. Der behandelnde Arzt bestätigte, dass es sich um eine leere Patronenhülse handelte. Die Frau sei stabil und erhole sich.

Der Fall erregte in Indien Empörung und wurde mit dem brutalen Überfall von 2012 in Delhi verglichen. Die Tat löste globale Proteste aus und führte zu härteren Anti-Vergewaltungsgesetzen, einschliesslich der Todesstrafe in schweren Fällen. Trotz dieser erhöhten Aufmerksamkeit verzeichnete Indien jährlich über 30.000 Vergewaltigungsfälle. Eine Anti-Vergewaltungsaktivistin betonte, dass keine Lehren gezogen wurden, da die Gesellschaft durch extreme Brutalität desensibilisiert war. Sie erklärte, dass die Botschaft, dass Vergewaltigung zur Todesstrafe führen konnte, nicht in jede Ecke Indiens vorgedrungen war und die Angst in der Gesellschaft nicht verankert worden war.

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