Eine Bibliothek in Sydney entfernte das Buch „How to Sell a Genocide“ von den Regalen. Die Entfernung erfolgte nach einer Beschwerde, die von einem Überlebenden des Terrorangriffs am Bondi Beach erfolgte.
Die Waverley-Bibliothek in Bondi Junction befand sich im selben Verwaltungsgebiet wie der Bondi Beach. Ein Sprecher des Waverley-Rates erklärte, dass das Buch zur Überprüfung entfernt worden sei und der Rat weitere Verfahren zur Gewährleistung einer engeren Kontrolle der Buchauswahl prüfe. Er betonte, dass der Rat die Auswahl der Bücher auslag, da die Buchkuratierung und der Kauf extern beauftragt wurden.
Die Beschwerde stammte von einem Überlebenden eines antisemitischen Angriffs im Dezember am Bondi Beach, bei dem fünfzehn Menschen getötet wurden. Dieser Überlebende hatte im sozialen Netzwerk darauf hingewiesen, dass das Buch auf dem „neuen Veröffentlichungs“-Regal sichtbar war und dass diese Darstellung für Überlebende und Hinterbliebene belastend sei.
Das Buch „How to Sell a Genocide“ kritisierte die Komplizenschaft der amerikanischen Medien bei der Zerstörung Gazas. Der Autor, Adam Johnson, kritisierte die Entscheidung zur Entfernung scharf. Er argumentierte, dass die Bezeichnung der israelischen Handlungen als Völkermord keine Rand- oder radikale Position sei. Johnson betonte, dass die Tatsache des Völkermords in Gaza eine überwältigende Konsensmeinung in der Menschenrechtswelt darstellte.
Der Autor stellte die Frage, ob die Entfernung von pro-israelischen Büchern aus Bibliotheken erfolgen sollte, weil dies bestimmte Gemeindemitglieder verärgert. Vertreter der australischen jüdischen Organisationen äußerten Besorgnis. Bart Shteinman, Mitglied des progressiven Jüdischen Rates Australiens, bezeichnete die Entscheidung zur Überprüfung als „zutiefst alarmierend“. Er betonte, dass öffentliche Bibliotheken allen zugänglich sein sollten und eine Bandbreite von Ansichten und Themen beherbergen sollten.
Die Organisationen betonten die Notwendigkeit, dass Bücher, die herausfordern oder Unbehagen erregen, zugänglich bleiben. Der Präsident der Organisation für die Verteidigung des Palästina in Australien, Nasser Mashni, erklärte, dass es die Pflicht der Bibliothek sei, ihrer Gemeinschaft Zugang zu einer breiten Palette publizierter Werke zu gewähren. Er führte aus, dass der Begriff Völkermord verwendet wurde, weil er das Ausmaß und die Absicht der Ereignisse beschrieb, und nicht, um jemanden zu verärgern.