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Politik

Bürgermeister in Mexiko getötet

Mord in Morelos: Die Korruptionsnetze zwischen Behörden und Kriminalität wurden erneut beleuchtet

Der Bürgermeister Valentín Lavín Romero wurde am Mittwoch im mexikanischen Bundesstaat Morelos erschossen. Das Attentat erfolgte kurz nach einem früheren Versuch auf Leben und Tod, den er zu Beginn dieses Jahres überstanden hatte. Romero, ein Verbündeter der regierenden Linkspartei Morena, war der vierzehnte Bürgermeister zu sein, der seit Claudia Sheinbaum im Oktober 2024 Präsidentin wurde, ermordet.

Lavín Romero erlitt im Januar eine Verletzung, als ihm in einer Tankstelle auf einer Autobahn Schützen auf den Körper feuerten. Kurz darauf drangen die Täter mittags in das Rathaus von Temoac, nahe Mexiko-Stadt, ein und erschossen Romero ab, bevor sie mit einem Motorrad entkamen. Die Behörden konnten bis dato weder einen Motiv noch Verdächtige identifizieren, doch die Staatsanwaltschaft von Morelos versprach, „alle Ermittlungsstränge auszuschöpfen“.

Die Gewalt auf kommunaler Ebene stellte die am wenigsten geschützte Schicht des Staates dar. Hier suchten kriminelle Gruppen Möglichkeiten, mit den Behörden Geschäfte zu machen, um ihre Kontrolle über das lokale Territorium und die dortigen Unternehmen zu festigen. Lokale Medien berichteten, dass Lavín Romero selbst Verbindungen zu lokalen Kriminalgruppen besaß. Seine Schwiegermutter, ehemalige Schatzmeisterin der Gemeinde, wurde im September 2025 wegen angeblicher Verbindungen zu der Kriminalgruppe Los Aparicio und Beteiligung an Entführungen festgenommen.

Im März forderte die Aktivistengruppe „People’s Front in Defence of Land and Water“ die Behörden auf, Lavín Romero wegen seiner angeblichen Beteiligung an den Morden an zwei Aktivisten, Samir Flores und Sandra Rosa Camacho Flores, zu untersuchen. Im Mai, nur drei Monate nach dem ersten Attentat auf sein Leben, hinterließ eine kriminelle Gruppe ein Banner im Zentrum von Temoac, das Romero beschuldigte, seine Rivalen zu schützen und ihn zu ihren Interessen zu stellen.

Der Mord an Romero ereignete sich inmitten von Maßnahmen der Bundesregierung Mexikos, die die Korruptionsnetzwerke zwischen kommunalen Behörden und kriminellen Gruppen aufklären wollten. Im Rahmen der Operation Swarm wurden 85 Beamte in drei Bundesstaaten, darunter Morelos, festgenommen. Offizielle Daten zeigten, dass die Todesrate in Mexiko im vergangenen Jahr um etwa die Hälfte gesunken war. Dennoch bemerkten Sicherheitsanalysten, dass die tatsächliche Reduktion geringer war, während über 130.000 Menschen als vermisst registriert wurden.

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