Nach nur einer Woche in seiner neuen Position stellte sich die Frage, wie sich die Führungsstile von Andy Burnham und Keir Starmer unterschieden. Burnham, der zuvor Bürgermeister von Greater Manchester war, hatte eine politische Machtübernahme vollzogen, die zu seiner Ernennung zum Labour-Anführer führte. Starmer begann seine Amtszeit in Downing Street mit auffälligen politischen Maßnahmen und einem radikal anderen Kommunikationsansatz. Die Analyse zeigte einen deutlichen Kontrast zwischen Burnham’s freier Haltung und Starmer’s Verpflichtung zur Einhaltung des politischen Skripts.
Burnham resistierte der Medienaufmerksamkeit. Er führte nur wenige Interviews als Abgeordneter und konzentrierte sich stattdessen auf soziale Netzwerke und die Beantwortung einfacher Fragen. Im Gegensatz dazu erkannte Starmer, dass die traditionelle Presse weiterhin Macht besaß, um die politische Erzählung zu bestimmen. Obwohl Starmer sich dem öffentlichen Prüfstand aussetzte, blieb Burnham primär auf die digitale Kommunikation fokussiert. Seine Mannschaft versprach mehr Fragen, doch dies geschah noch nicht.
Burnham versprach eine andere politische Vorgehensweise. Er betonte die Möglichkeit, Fragen ehrlich zu beantworten, und er versuchte, eine Verbindung zum Publikum herzustellen, die Starmer, der oft als starr galt, vermissen ließ. Burnham sah in seiner gelockerten Art einen Vorteil gegenüber Starmer, der für seine strikte Einhaltung der Linie kritisiert wurde. Kritiker bemängelten jedoch, dass Burnham seine Aussagen in der jüngsten Vergangenheit über Themen wie die Einkommensteuer nicht immer ehrlich darlegte.
Die politischen Strategien unterschieden sich fundamental. Burnham verfolgte kurzfristige Maßnahmen, sogenannte „Zucker-Rausch“-Ankündigungen zur Entlastung der Bürger, wie Kürzungen bei den Stromrechnungen. Starmer hingegen bevorzugte langfristige Lösungen anstelle von „kurzfristigen Pflastern“. Burnham’s Ankündigung zu den Energiekosten verdeutlichte diesen Unterschied: Sie sollte durch die Abschaffung des digitalen Identitätssystems finanziert werden, was die Regierung langfristig Milliarden einsparen sollte. Die Frage blieb offen, wie sich diese kurzfristigen Maßnahmen bewahrten.
Im Bereich der Verwaltungsstruktur zeigte sich ein weiterer Unterschied. Burnham plante die Einrichtung von No 10 North als „Nervenzentrum einer neu ausgerichteten Britanniens“, um eine Machtverschiebung von Whitehall hin zu lokalen Gemeinschaften zu überwachen. Starmer hingegen versprach eine neue Ära der Machtverteilung für Bürgermeister und versuchte, den „gedämpften Niedergang“ in Whitehall umzukehren. Die interne Dynamik der Labour-Partei zeigte ebenfalls Unterschiede: Burnham pflegte eine Kultur, in der Debatte gefördert wurde, während Starmer eine härtere Linie gegen abweichende Meinungen zeigte.