Anatoly Dmytrov fuhr im vergangenen Monat den Bus auf der Route 14 in der südlichen ukrainischen Stadt Cherson. Als der Bus eine Kreuzung erreichte, traf ihn eine russische Drohne. Die Fenster zerbrachen, und Anatoly sah Blut. Er berichtete, dass er schnell zum Schutzraum musste, da die Angriffe häufiger wurden und eine zweite Drohne unmittelbar folgen konnte. Bei dem Angriff wurden mindestens acht Passagiere verletzt. Der Fahrer äußerte seine Verzweiflung: „Es macht keinen Spaß hier zu arbeiten. Dies geschah fast täglich; sie jagten Busse. Man wusste nicht, ob man nach Hause kommen würde.“
Die kommunale Verkehrsgesellschaft Cherson erklärte, dass die Angriffe bereits im Vorjahr begannen und sich verschärften. Öffentlicher Verkehr wurde zu einem Hauptziel für russische Drohnenbetreiber. In diesem Jahr starben drei Beschäftigte, acht wurden verletzt und zwanzig Trolleybusse sowie acht Busse erlitten Schäden. Die lokalen Behörden bestätigten zudem, dass sechs privat betriebene Busse im Jahr 2026 angegriffen wurden.
Rita Dobrinova, Managerin der Verkehrsgesellschaft, bemerkte, dass die Bedrohung durch russische Drohnen zunahm, insbesondere seitdem diese optische Faserkabel einsetzten, welche gegen Störungen immun waren. Sie erinnerte an einen tödlichen Vorfall, bei dem eine Bombe direkt auf den Kopf eines Fahrers fiel und durch das Dach in sein Hauptstück stieß. Die Drohnen dienten entweder als Überwachung oder als Aufklärungsflugzeuge, die den Fahrer direkt durch das Windschutzscheibe beobachteten.
Um die Fahrer und Passagiere zu schützen, ergriffen die Behörden Maßnahmen. Einige der belebtesten Straßen wurden mit Anti-Drohnennetzen gesichert, um Fußgänger und den Verkehr darunter zu schützen. Den Fahrern wurden zudem Helme und Schutzwesten ausgehändigt. Sie erhielten auch Drohnendetektoren, die als „Chuyka“ bezeichnet wurden. Diese Detektoren erkannten nur Drohnen, welche bekannte Navigationsfrequenzen nutzten, doch Maschinen, welche auf Glasfaserkabeln oder neuen Frequenzen beruhten, blieben ihnen unsichtbar.
Trotz der Gefahr kehrten die Busfahrer zur Arbeit zurück. Der Fahrer Maksym Dyak erklärte, dass er die Menschen in Apotheken und Krankenhäuser bringen müsse. Er betonte, dass niemand außer ihnen diese Aufgabe erfüllen konnte und dass sie die Verantwortung trugen, die Bevölkerung zu versorgen. Auch Maksym wurde von russischen Drohnen angegriffen und er erlitt früher im Jahr eine Verletzung durch Splitter. Er schloss mit der Feststellung: „Wir arbeiten wie Ratten in einem Käfig. Wir wurden von allen Seiten angegriffen, aber wir fuhren weiter.“