Kanada wird beim Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPC) in Jerewan die erste Nation außerhalb Europas sein. Dies geschieht, während Bundeskanzler Mark Carney versucht, neue Handels- und diplomatische Netzwerke aufzubauen, insbesondere nach dem Verlust von Märkten durch politische Entwicklungen in den Vereinigten Staaten. Seine Teilnahme dient zudem als Zeichen westlicher Unterstützung für Armenien in seinen Bemühungen, sich von Russland zu distanzieren. Kanadische Diplomaten haben Vorschläge bezüglich einer EU-Mitgliedschaft für Ottawa abgelehnt.
Die Diskussionen auf dem Gipfel konzentrierten sich auf komplexe geopolitische Themen. Im Zentrum standen die Auswirkungen eines möglichen US-Iran-Konflikts auf westliche Wirtschaften sowie die strategische Positionierung der Region. Die Einladung Jerewans, um Armenien eine Chance zu geben, seine europäischen Beziehungen zu demonstrieren und die Entkopplung von Russland voranzutreiben, unterstreicht die Bedeutung dieser diplomatischen Initiative. Experten betonen die Notwendigkeit für europäische Führungskräfte, eine ausgewogene Linie zwischen Unterstützung für die armenische Regierung und der Förderung einer stabileren, weniger polarisierten Nation zu finden.
Armenien verfolgt eine Diversifizierungsstrategie, die das Land langsam in den europäischen Raum zieht. Die Regierung strebt eine umfassende Friedenslösung mit Aserbaidschan an, was die Eröffnung historischer Grenzen ermöglicht und die Abhängigkeit von Moskau verringern könnte. Diese Entwicklungen bieten Armenien eine Chance, seine Abhängigkeit von Russland zu reduzieren, während die Konflikte im Ukraine-Krieg die russische Einflusszone schwächen.
Die Beziehungen zwischen Armenien und der Europäischen Union sind historisch tief verwurzelt, und das Land hat bereits eine umfassende Partnerschaft mit der EU geschlossen. Es besteht die Hoffnung, dass die erste bilaterale Gipfelrunde zwischen Armenien und der EU zusätzliche finanzielle Unterstützung zur Demokratieförderung und zur Liberalisierung von Visa bringen wird. Diese Versuche, die engere Zusammenarbeit zu festigen, stehen im Kontrast zu den bestehenden Mitgliedschaften Armeniens in Organisationen wie der Eurasischen Wirtschaftsunion und der CSTO.
Die Teilnahme von Emmanuel Macron wird als von staatlicher Bedeutung erachtet, da er die europäischen Beziehungen zu Armenien stärken will. Die zukünftige Entwicklung der Beziehungen wird davon abhängen, wie erfolgreich Armenien seine außenpolitische Autonomie bewahrt und gleichzeitig europäische Partnerschaften nutzt, um seine langfristigen Interessen zu sichern.