Der Direktor des Songwettbewerbs gab an, Kanada sei herzlich willkommen, an Eurovision teilzunehmen. Dies erfolgte Monate nach der Offenlegung, dass das Land die Möglichkeit erkunden wollte, die Teilnahme in seinem Bundeshaushalt zu berücksichtigen. Der Direktor Martin Green erklärte gegenüber der BBC, dass Kanada zwar noch keine Bewerbung eingereicht hatte, aber jederzeit willkommen sei. Er betonte, dass man jeden willkommen heiße, der die Werte dieser besonderen Veranstaltung teilen und auf der Bühne mit Freunden auftreten wolle.
Eurovision diente primär als Präsentation europäischer Talente, doch die Teilnahme war für Länder mit Mitgliedschaft in der Europäischen Rundfunkanstalt (EBU) offen. Die kanadische Rundfunkanstalt, die Canadian Broadcasting Corporation (CBC), war zwar kein volles Mitglied, jedoch als „Assoziationsmitglied“ berechtigt. Nur Australien hatte jemals die Erlaubnis zur Teilnahme erhalten, was auf die enorme Popularität des Wettbewerbs im australischen Raum zurückzuführen war. Die CBC bestätigte, dass sie Personal als Beobachter für den diesjährigen Wettbewerb entsandte.
Der Premierminister Mark Carney hatte die Idee der Teilnahme bereits im November seines Bundeshaushalts 2025 aufgeworfen. Dies signalisierte eine strategische Neuausrichtung der Regierung weg von den Vereinigten Staaten hin zu Europa. Zwei Regierungsquellen teilten der CBC mit, dass Carney persönlich an dem Vorstoß beteiligt war. Der Finanzminister François-Philippe Champagne erklärte, dass es darum ging, die nationale Identität zu schützen und gleichzeitig die Unterstützung für den Kunst- und Filmsektor zu gewährleisten. Er betonte, dass Kanada viel anzubieten habe.
Zuvor hatte Kanada die Teilnahme in den Songwettbewerb in Erwägung gezogen. Im Jahr 2022 lehnte die CBC die Idee jedoch ab, da sie als „unzumutbar teuer“ erachtet wurde. Dennoch hatte Kanada bereits Künstler in den Wettbewerb geführt, darunter Céline Dion, die 1988 für die Schweiz gewann, sowie La Zarra im Jahr 2023. Die Regeln erlaubten Teilnehmern nicht, Bürger des Landes zu sein, obwohl einige teilnehmende Nationen dies vorschrieben.