Donald Trump und Kanada führten am Samstag einen verbalen Schlagabtausch über die administrative Umbenennung des Lake Ontario durch die US-Regierung. Der Premierminister Ontarios errichtete ein monumentales Schild mit der Aufschrift „Lake Ontario. Now and Always“. Im Gegenzug veröffentlichte der US-Präsident ein Video, in dem er ein Abbild des Schildes zerschlug und es durch eine neue Bezeichnung ersetzte, die „Lake America“ trug, während er zu Musik tanzte. Dieser rhetorische Konflikt diente als sichtbarer Ausdruck des eskalierenden Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und ihrem nördlichen Nachbarn, der durch einen Zoll von fünfzig Prozent auf kanadisches Stahl und entsprechende Vergeltungszölle von Ottawa gekennzeichnet war.
Trumps Anordnung an die US-Regierung, den Lake Ontario als Lake America zu bezeichnen, hatte bereits Auswirkungen. Google Maps änderte den Namen für US-Nutzer, um die exekutive Umbenennungsanweisung des Präsidenten widerzuspiegeln. Der kanadische Premierminister Mark Carney lehnte die Umbenennung entschieden ab. Er erklärte, dass der Lake Ontario aus einem indigenen Wendat-Wort stammte, welches „der See ist schön, der See ist groß“ bedeutete und über vierhundert Jahre alt war.
Als die Gespräche zur Beilegung des Handelsstreits ins Stocken gerieten, erließ Trump am Donnerstag eine Exekutivverordnung, welche US-Behörden anwies, den See nun als Lake America zu bezeichnen. Dies erweckte Erinnerungen an einen früheren Streit während seiner zweiten Präsidentschaft mit Mexiko, bei dem Trump US-Behörden anwies, den Golf von Mexiko als Golf of America zu bezeichnen.
Google erklärte in einer Stellungnahme, dass die Namensänderung des Sees keine Auswirkungen auf die kanadischen Namenskonventionen oder die Bezeichnung des Sees durch den Rest der Welt habe. Die Firma betonte, dass diejenigen in Kanada weiterhin „Lake Ontario“ auf Google Maps sahen und jene außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas beide Namen sahen. Google hatte dies bereits bei Trumps Exekutivverordnung bezüglich des Golfs von Mexiko getan.
Der Premierminister Doug Ford antwortete auf der US-Grenze mit einer zweistöckigen Werbetafel, die „Lake Ontario. Now and Always“ verkündete. Ford argumentierte, dass Trump den See umbenennen wollte, weil Ontario und Kanada „für sich selbst kämpften“ und dass der Name den Präsidenten überdauern würde. Ford betonte, dass der Name „Lake Ontario“ bestehen bliebe, lange nachdem Präsident Trump abgewählt gewesen sei.
Die Wendat-Nation-Großchief Pierre Picard bezeichnete Trumps Manöver als einen Versuch, die indigene Geschichte auszulöschen. Er forderte, dass ein Präsident, der die Geschichte, Kultur und Identität einer Nation auslöschen konnte, unakzeptabel sei. Trumps Social-Media-Beitrag, in dem er Kanada als „am schlimmsten“ bezeichnete und die Handelskonflikte ansprach, verstärkte die Spannungen. Der Lake Ontario, einer der fünf Großen Seen Nordamerikas, besaß eine Oberfläche von 7.340 Quadratmeilen.