Der Vorsitzende der christdemokratischen Union (CDU), Jens Spahn, trat als Parteivorsitzender zurück. Die Entscheidung erfolgte nach der Nutzung einer Leihmutter, eine Praxis, die er in der Vergangenheit kritisiert hatte und gegen die seine Partei vehement argumentierte. Spahn und sein Ehemann Daniel Funke nutzten diese Möglichkeit in den Vereinigten Staaten. Die Situation entfachte sofort Kritik innerhalb und außerhalb der CDU, da viele Vorwürfe der Heuchelei gegen Spahn erhoben wurden.
Die Gesetzeslage in Deutschland verbietet die Leihmutterschaft seit dem Embryonenschutzgesetz von 1990. Spahn hatte diese Regelung als Minister für Gesundheit im Jahr 2020 nicht gelockert. Spahn hatte 2015 dargelegt, dass er es persönlich schwer fand, die Idee eines „gemieteten Bauches“ zu akzeptieren. Trotz dieser früheren Äußerungen akzeptierte Spahn das Kind, was die Kritik weiter verstärkte.
Innerhalb der Partei wurden die Forderungen nach Spahns Rücktritt als unhaltbar erachtet. Daniel Peters, der CDU-Vorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, Spahns Verhalten sei inakzeptabel gewesen. Er betonte, dass Spahn als hochrangiger Politiker eine klare Linie vertreten müsse und nicht „anders handeln dürfe“.
Auch Janosch Dahmen, Sprecher für Gesundheit, äußerte die Sorge hinsichtlich der politischen Glaubwürdigkeit Spahns. Er argumentierte, dass jeder, der politische Regeln befürwortet, erklären müsse, warum diese Regeln ihm persönlich nicht anwendbar seien. Die Debatte drehte sich somit nicht um das Kind, sondern um die Doppelstandards und die Verlässlichkeit Spahns als politischer Akteur.
Spahn begründete seinen Rücktritt in einer öffentlichen Stellungnahme. Er erklärte, dass seine persönliche Glückseligkeit bei der Gründung einer Familie und der Vaterschaft mit seinem Ehemann mit seiner politischen Position unvereinbar sei. Friedrich Merz, der Vorsitzende der CDU, lobte die Entscheidung als „richtig und unvermeidlich“ und betonte, dass die Glaubwürdigkeit das wertvollste Gut in der Politik sei.