Beijing leitete am Samstag eine Untersuchung wegen Dumping gegen Importe des chemischen Stoffes p-Nitrotoluol aus der Europäischen Union ein. Diese Maßnahme erfolgte im Zuge wachsender Handelsspannungen zwischen den beiden Seiten. Das chemische Produkt diente in der Industrie für Farbstoffe und Pharmazeutika. Die chinesische Handelsministerin gab in einer Erklärung an, dass die Untersuchung auf eine Beschwerde der heimischen Industrie folgte.
Vorläufige Beweise zeigten, dass die Preise für p-Nitrotoluol aus der EU zwischen 2022 und 2025 kumulativ um fast 60 Prozent sanken. Diese Preisentwicklung lieferte die Grundlage für die Einleitung des Verfahrens. Die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und China erlebten in den letzten Monaten eine deutliche Verschlechterung. Die EU ergriff Maßnahmen, um den Zustrom von Elektrofahrzeugen und schneller Mode aus China zu verlangsamen.
Die chinesische Behörde sah sich somit gezwungen, auf die Handelsbilanz in diesem spezifischen Sektor zu reagieren. Die Einleitung der Untersuchung signalisierte eine Eskalation der wirtschaftlichen Auseinandersetzungen. Die Maßnahme zielte darauf ab, den Wettbewerbsdruck auf die chinesische Industrie zu mindern.
EU-Beamte planten, am 8. und 9. Oktober nach Peking zu reisen. Diese Reise diente hochrangigen Handelsgesprächen, welche darauf abzielten, einige der bestehenden Spannungen zu entschärfen. Die Gespräche sollten eine diplomatische Lösung für die Handelskonflikte finden.