China forderte die Vereinigten Staaten auf, jegliche Drohungen und Zwangsmaßnahmen gegen die Verbündete Kuba einzustellen. Diese Forderung erfolgte im Anschluss an die Anklage gegen den ehemaligen Staatsführer Raúl Castro wegen der Verbrechen, die den Absturz von zwei Flugzeugen im Jahr 1996 verursachten. Ein amerikanisches Gericht beschuldigte den neunundneunzigjährigen ehemaligen Präsidenten der Verschwörung zum Mord an US-Bürgern. Dieser Vorfall hatte vier Todesopfer gefordert und die diplomatischen Spannungen zwischen Washington und der karibischen Insel befeuerte.
Der Vorfall löste bei den kubanischen Exilanten in den Vereinigten Staaten große Empörung aus und war seit Langem eine Quelle des Konflikts zwischen Washington und Havanna. Präsident Miguel Díaz-Canel beschrieb die Anklagen als einen politischen Manöver, das jegliche rechtliche Grundlage vermisse. Der Außenminister Chinas, ein langjähriger Unterstützer Kubas, erklärte, dass Peking jeglichen Versuch externer Mächte, Kuba unter jeglichem Vorwand zu unter Druck zu setzen, ablehnte.
Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, forderte die Vereinigten Staaten auf, den Einsatz von Sanktionen und juristischen Instrumenten als Mittel der Zwangsausübung gegen Kuba einzustellen. Er bat Washington, jegliche Drohungen von Gewalt zu unterlassen und sich von jeder Form des Zwangseinsatzes fernzuhalten. China betonte dabei seine feste Unterstützung für die Wahrung der nationalen Souveränität und Würde Kubas sowie seinen Widerstand gegen äußere Einmischung.
Diese Stellungnahme erfolgte inmitten einer anhaltenden Druckstrategie der Vereinigten Staaten auf Kuba. Washington hatte neue Sanktionen gegen das Land verhängt und eine Ölblockade eingeführt, welche zu Stromausfällen und Nahrungsmittelknappheit führte. Zuvor hatte die Regierung Trump Verordnungen erlassen, die Beamte in den Energie-, Verteidigungs-, Finanz- und Sicherheitssektoren Kubas sowie Einzelpersonen sanktionierten, die mutmaßlich Menschenrechtsverletzungen begangen oder öffentliche Vermögenswerte gestohlen hatten.
China näherte sich Kuba seit dem Besuch des Präsidenten Xi Jinping im Jahr 2014 an. Im Jahr 2018 trat Kuba der „Belt and Road Initiative“ Chinas bei, welche mehrere strategische Infrastrukturprojekte auf der Insel finanzierte. Diese Entwicklungen unterstrichen die zunehmende strategische Bedeutung der Beziehungen zwischen Peking und der Insel.