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Wirtschaft

China: Tod einer Kohlegrube löste Wut über Sicherheitsmängel aus

Bei Explosion in Shanxi starben über 80 Menschen; Ermittlungen gegen das Unternehmen laufen

Wut kochte in China hoch, nachdem eine Kohlegrube in der Provinz Shanxi zu dem tödlichsten Unfall in mehr als fünfzehn Jahren kam. Bei einer Explosion am Freitag in der Kohlegrube Liushenyu starben mindestens achtzigundzwanzig Menschen und über hundertzwanzig Menschen wurden verletzt. Die Tragödie entzündete die Debatte über die Sicherheit in der chinesischen Bergbauindustrie und ließ die Fragen nach den Sicherheitsstandards lauter werden.

Die Unruhe richtete sich gegen das Unternehmen Tongzhou Group, das die privat geführte Mine betrieb. Anfangs deuteten erste Ermittlungen auf „schwere illegale Verstöße“ hin. Die Behörden versprachen eine rigorose Untersuchung und eine strenge Bestrafung der Verantwortlichen. Das Unternehmen Tongzhou Group gab bislang keine Stellungnahme ab, doch die staatlichen Medien berichteten über Kontrollmaßnahmen gegen die leitenden Angestellten und ordneten die Einstellung der Arbeiten in allen vier betroffenen Kohleminen in der Provinz Shanxi an.

Die Ermittlungen konzentrierten sich auf mehrere gravierende Mängel. Berichte besagten, dass einige Arbeiter keine vorgeschriebenen Tracking-Geräte in die Gruben brachten und dass die von der Mine vorgelegten Baupläne nicht mit den tatsächlichen Bedingungen vor Ort übereinstimmten, was die Rettungsarbeiten erschwerte. Zudem zeigte die staatliche Medienberichterstattung, dass die Anzahl der Personen in der Mine zum Zeitpunkt der Explosion doppelt so hoch war wie in den offiziellen Unternehmenszahlen vermerkt. Ein Nutzer auf der Plattform Weibo stellte die Frage, ob die erhöhte Zahl unregistrierter Arbeiter zur Umgehung von Produktionsgrenzen oder zur Kostensenkung diente.

Das Unglück beleuchtete die oberflächliche Kontrolle der lokalen Aufsicht und die geringen Kosten für Verstöße, die das Unternehmen wiederholt beging. Das Liushenyu-Bergwerk war bereits im Jahr 2024 von der Nationalen Mine-Sicherheitsbehörde in eine nationale Liste von Kohleminen mit „erheblichen Gefahren“ aufgenommen worden. Dies verstärkte die Kritik an der mangelnden Durchsetzung der Vorschriften.

Während die Kritik in der Vergangenheit oft auf die Regierung abzielte, richtete sich die aktuelle Wut primär gegen das Unternehmen. Die Regierung versuchte, die Industrie durch die Einbindung internationaler Berater und die Verschärfung der Durchsetzung von Vorschriften zu verbessern. Experten betonten, dass die Verbesserung der Sicherheitslage nicht gestoppt werden konnte. Dennoch blieben die Mängel bestehen, und die Behebung dieser Lücken erschien als von größter Dringlichkeit.

Die Rettungsarbeiten an der Mine dauerten an, wobei hunderte von Personal versuchten, mindestens zwei vermisste Personen zu suchen. Angehörige warteten außerhalb der Mine auf Nachrichten. Ein Mann, der seinen Bruder seit der Explosion nicht erreichen konnte, äußerte sich unsicher über die genaue Zahl der Vermissten, was die Ungewissheit über die Lage verdeutlichte.

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