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Politik

China und Russland: Was hält die Partnerschaft zusammen?

Eine Analyse der wirtschaftlichen Abhängigkeit und der strategischen Flexibilität

Als Präsident Xi Jinping und Präsident Putin im September letzte besuchte Tiananmen-Platz in Peking, reflektierten sie über die Möglichkeit der Verlängerung des menschlichen Lebens durch Organtransplantationen. Diese scheinbar philosophische Unterhaltung zeigte die tiefe, wenn auch oft missverstandene, Verbindung zwischen den beiden Führern. Nach neununddreißig Jahren gemeinsamer Machtausübung zeigten sie keinerlei Anzeichen, die Zusammenarbeit aufzugeben.

Die Beziehung zwischen China und Russland beschrieb sie in jüngster Zeit als eine „Freundschaft ohne Grenzen“. Diese Verbindung beruhte jedoch auf einer hochgradig ungleichen Dynamik. Alexander Gabuev, Direktor des Carnegie Russia Eurasia Center, betonte, dass jegliche Vereinbarungen auf chinesischen Bedingungen erfolgten und Russland vollständig in Chinas Einflussbereich fiel. China fungierte als größter Handelspartner Russlands, während Russland nur vier Prozent des internationalen Handels Chinas ausmachte. Diese ökonomische Asymmetrie verstärkte die Abhängigkeit Russlands von Peking.

Durch westliche Sanktionen vertiefte sich Moskaus Engagement in den Handel mit Peking. Der Technologiegigant Huawei, der von den Vereinigten Staaten sanktioniert wurde, nutzte die Abwesenheit westlicher Unternehmen, um eine zentrale Säule der russischen Telekommunikationsindustrie zu werden. Seit der umfassenden Invasion der Ukraine im Jahr 2022 hing Moskaus Kriegsmaschinerie zunehmend von chinesischen Komponenten ab. Ein Bericht von Bloomberg zeigte, dass Russland über 90 Prozent seiner sanktionierten Technologie aus China importierte. Dies machte Russland akut sich der Risiken dieser Ungleichgewichte bewusst.

Dennoch besaß Russland eine entscheidende Stärke: die Fähigkeit, standhaft zu bleiben. Marcin Kaczmarski, ein Lehrmeister für Sicherheitsstudien an der Universität Glasgow, erklärte, dass China die Größe dieser Asymmetrie erkannte und sich weigerte, jegliche Gegenreaktion innerhalb Russlands oder unter seinen Eliten zu provozieren. Gabuev bemerkte, dass China nicht darauf drängte, Russland zu manipulieren, da es ein stolzes Großland sei. Russland besaß daher kaum praktikable Alternativen zu Peking, das eine Marktdimension bot, die für Russlands Überleben wesentlich war.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die strategische Flexibilität der Partnerschaft. Bobo Lo, ehemaliger stellvertretender Missionsleiter in der australischen Botschaft in Moskau, erklärte, dass die Widerstandsfähigkeit der Partnerschaft nicht aus einer militärischen Allianz resultierte, sondern aus dieser flexiblen strategischen Zusammenarbeit. Diese flexible Partnerschaft überdauerte die Erwartungen ihres Zusammenbruchs. Die beiden Länder teilten ein gemeinsames Ziel: die Ablehnung einer von den Vereinigten Staaten geführten Weltordnung.

Über die Geopolitik hinaus existierten auch tiefe Verbindungen zwischen den Völkern. Obwohl die kulturelle Affinität zwischen den Völkern nicht überall gegeben war, wuchs die Interaktion durch westliche Sanktionen und strengere europäische Visapolitiken. Die Möglichkeit des visumfreien Reisens und die einfache Nutzung chinesischer Kommunikationsmittel machten China für Russen viel näher. Diese Austauschprogramme und gemeinsamen Forschungsprojekte brachten die Gesellschaften näher zusammen. Die Sino-Russische Partnerschaft blieb widerstandsfähig, da beide Seiten erkannten, dass die Kooperation zu wichtig war, um zu scheitern, insbesondere da keine praktikablen Alternativen zur Zusammenarbeit existierten.

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