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Welt

China verschleierte Ausmaß der Flutkatastrophe in Tibet

Aktivisten werfen Peking vor, die tatsächlichen Verluste zu verharmlosen

Eine tibetische Interessenvertretung erklärte, dass die chinesischen Behörden das Ausmaß der jüngsten Überschwemmungen verheimlichten. Die Gruppe betonte, dass auf der tibetischen Seite der Grenze Hunderte von Wohnhäusern zerstört worden waren, was Fragen hinsichtlich der offiziellen Darstellung Pekings über die Tragweite der Katastrophe aufwarf.

Die öffentliche Diskussion über die Sturzfluten wurde in Tibet stark eingeschränkt. Sicherheitsbeamte verkündeten am Sonntag, dass mindestens zehn Personen für die Verbreitung „falscher Katastropheninformationen“ bestraft worden waren. Es gab keine weiteren Angaben zu den genauen Strafen. Während die chinesischen Stellen sechzehn Todesfälle und fünfhundertvierundfünfzig vermisste Personen bestätigten, behauptete die Internationale Kampagne für Tibet, dass die Zahl der Opfer signifikant höher sei und mindestens dreihundert Wohnhäuser zerstört worden seien.

Tencho Gyatso, Präsidentin der Kampagne, erklärte gegenüber der Zeitung: „Was auf der Grundlage der Beobachtungen vor Ort sichtbar war, enthüllte, was in Tibet verborgen wurde. Vier Dörfer – Sale, Serchung, Labi und Rizi – waren besonders stark betroffen, wobei schätzungsweise dreihundert Wohnhäuser zerstört und viele Menschen verschwunden blieben.“ Sie merkte an, dass die gesammelten Informationen die von den chinesischen Beamten gemeldeten Zahlen weit übertrafen.

Am 26. August löste der Kollaps eines Gletschers verheerende Überschwemmungen entlang der Nepal-Tibet-Grenze aus, welche ganze Dörfer zerstörten. Auf der nepalesischen Seite überschritt die Todeszahl neunhundert, und über viertausend Personen fehlten. Touristen aus Indien, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien und Kanada blieben in der bergigen Region, die für Trekker und Pilger beliebt war, ungesehen. Interessenvertretungen stellten fest, dass ein deutlicher Gegensatz in der Menge der präsentierten Informationen auf beiden Seiten der Grenze bestand.

Die chinesische Berichterstattung konzentrierte sich auf offizielle Staatsmedienberichte, während unoffizielle Berichte über das Ausmaß der Katastrophe und deren Folgen kaum existierten. Unabhängige Überprüfung der Lage in Tibet blieb äußerst schwierig, da ausländische Journalisten strenge Beschränkungen erlebten und Tibetaner für die Weitergabe von Informationen an Journalisten und Interessenvertretungen außerhalb Chinas Verhaftung riskierten.

Die tibetische Gruppe betonte, dass offizielle Berichte, so wichtig sie auch seien, keine vollständige Sicht auf die Lage in allen betroffenen Gemeinschaften lieferten. Sie berichteten über die Umsiedlung von Überlebenden nach Gyirong, das etwa dreißig Kilometer vom betroffenen Grenzübergang entfernt lag, wo diese unter strenger Kontrolle standen und die freie Kommunikation untersagt wurde. Die chinesische Regierung stellte die Lage als kontrolliert dar und versuchte, die Narrative zu steuern.

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