China äußerte ernste Bedenken hinsichtlich der Präsenz Taiwans auf dem jährlichen Pazifischen Inselforum in Palau. Peking warnte vor „Konsequenzen“, nachdem die demokratisch regierte Inselgruppe die Eröffnungszeremonie am Montag besuchte. China betrachtete Taiwan als sein eigenes Territorium, und die Spannungen zwischen China und Taiwan standen im Mittelpunkt der Versammlung, die eigentlich die regionale Einheit demonstrieren sollte.
Qian Bo, der Sonderbeauftragte Chinas für die pazifischen Inselstaaten, sprach über die Teilnahme Taiwans an der Veranstaltung. Er erklärte, es gäbe stets Konsequenzen, und dies sei keine Bedrohung. Er betonte, dass die Teilnahme als äußerst unangebracht erachtet wurde und dass dies nicht geschehen dürfe.
Der australische Premierminister Anthony Albanese reagierte auf die Äußerungen des chinesischen Gesandten. Er betonte, dass das Pazifische Inselforum die Entscheidungen für die Region selbst traf, nicht andere Staaten. Der neuseeländische Außenminister Winston Peters unterstützte diese Position. Er erklärte, die Gruppe habe keine Anweisungen von Ländern außerhalb ihrer Sphäre erhalten.
Der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung äußerte sich auf der Veranstaltung. Er betonte, dass Taiwan geehrt sei, als Partner im Pazifik zu dienen und gemeinsam für den Wohlstand und Frieden in der Region zu arbeiten. Taiwan fungierte auf diesem Forum als Entwicklungspartner, nicht als formeller Dialogpartner, wie es China tat. China hatte schrittweise die Anzahl der pazifischen Inselstaaten mit formellen Verbindungen zu Taipeh reduziert, sodass nur noch drei Staaten – Palau, Tuvalu und die Marshallinseln – diese Beziehungen pflegten.
Die Leiter von Fidsi, Vanuatu, Samoa, den Salomonen und Kiribati nahmen nicht an der Versammlung der achtzehn Mitgliedstaaten teil; ihre Minister nahmen stattdessen an ihrer Stelle teil. Australien sah sich als größter Handelspartner Chinas gegenüber, doch Canberra blieb misstrauisch gegenüber dem wachsenden Einfluss Pekings im Pazifik. Canberra verstärkte die Sicherheits- und Entwicklungskooperationen mit den Inselstaaten, um eine dauerhafte chinesische militärische Präsenz in der Region abzuwenden. Australien, Neuseeland und die Vereinigten Staaten betrachteten den Südpazifik lange Zeit als Teil ihres Einflussbereichs. Als Zeichen dieser Bemühungen erklärten Neuseeland und die Vereinigten Staaten in einer gemeinsamen Erklärung, dass sie gemeinsam eine bedeutende Modernisierung eines Hafens im Cook-O-Insel-Atoll finanzieren würden.