Die Wirtschaft Chinas verzeichnete ein Wachstum von 4,3 Prozent, was eine der niedrigsten Raten seit Beginn der offiziellen Veröffentlichung der BIP-Zahlen in den frühen 1990er Jahren darstellte. Diese Entwicklung, die im Vergleich zum Regierungsvorgabe von 4,5 bis 5 Prozent lag, zeigte die strukturellen Schwächen der chinesischen Ökonomie. Die jüngste Phase des Wachstums endete im vierten Quartal 2022, als das Land noch unter den COVID-19-Beschränkungen stand.
Die Daten, die vom Nationalen Statistikbüro Chinas veröffentlicht wurden, zeigten einen starken Kontrast. Während die Exporte stark zunahmen und die Abfuhr von Waren um 27 Prozent stieg, brachen die innerstaatlichen Verkaufszahlen bei Fahrzeugen drastisch ein und sanken um mehr als 16 Prozent. Diese Diskrepanz verdeutlichte die zunehmende Abhängigkeit der chinesischen Wirtschaft vom Exportgeschäft, während die heimische Nachfrage und die Investitionen stagnierten.
Ökonomen betonten, dass für eine nachhaltige Erholung eine stärkere Steigerung des Konsums notwendig sei. Es wurde argumentiert, dass umfangreichere Maßnahmen erforderlich seien, um die Wirtschaft von der Exportorientierung wegzubewegen, welche etwa zwanzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten. Die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Wirtschaftsstrategie wurde in den Fokus gerückt.
Ein führender chinesischer Wirtschaftsexperte, Li Daokui, bemerkte, dass sich die lokalen Regierungen von Wachstumsmotoren zu Engpässen entwickelt hätten. Er stellte fest, dass die Investitionen in Sachanlagen, einschliesslich Infrastrukturprojekte, zwischen Januar und Mai um mehr als vier Prozent zurückgingen. Solche Kontraktionen bei den Anlageinvestitionen waren seit der Gründung der Volksrepublik China nur zweimal zu verzeichnen.
Li Daokui warnte davor, dass die Intensität und das Ausmass dieses kumulativen negativen Wachstums beispiellos seien. Er betonte, dass die Verringerung der Investitionen und die Arbeitslosigkeit besondere Aufmerksamkeit bedürften, da andernfalls alle wirtschaftlichen Ziele Chinas Schwierigkeiten hätten. Die Unsicherheit bestand zudem in der geopolitischen Lage; die Möglichkeit einer Wiederaufnahme von Zöllen durch die Vereinigten Staaten und China sowie die globale Belastung durch Konflikte im Nahen Osten riskierten die Exportwirtschaft zusätzlich.