Die Volksrepublik China verstärkte ihre Versuche, Einfluss weltweit auszuüben. Dies zeigte sich durch die Verurteilung von Personen, die als unautorisierte ausländische Agenten für Peking agierten. Lu Jianwang, der Präsident einer chinesischen Gemeinschaftsgruppe, wurde wegen der Einrichtung einer bekannten ausländischen Polizeistation in den Vereinigten Staaten verurteilt. Gleichzeitig gestand die Bürgermeisterin Eileen Wang zu der Verbreitung von Propaganda auf einer Webseite zugunsten der chinesischen Regierung. Diese Urteile erfolgten in einer Zeit, als die politischen Führer der Vereinigten Staaten eine Besprechung mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping abhielten, wobei die Diskussionen bewusst von Themen wie Spionage ausgeschlossen blieben.
Experten bemerkten, dass diese Fälle die weitreichende Reichweite der Volksrepublik China verdeutlichten. Peking intensivierte seine Bemühungen, Einfluss über die Welt zu gewinnen, indem es sowohl strategische Mittel wie die Förderung von Projekten und Industrien im Ausland einsetzte, als auch heimlichere Methoden anwandte. Lauryn Williams, eine leitende Mitarbeiterin des Zentrums für Strategische und Internationale Studien, erklärte, dass dies Teil eines strategischen Ansatzes sei, um Dissens niederzudrücken und eine klare Erzählung über die Volksrepublik China zu formen.
China setzte weltweit sogenannte „Polizeistationen“ auf. Berichten zufolge existierten über hundert solche Stationen in fünfzig drei Ländern. Die chinesische Regierung lehnte diese Einrichtungen oft ab und bezeichnete sie als Orte, an denen Freiwillige chinesische Staatsbürger bei administrativen Angelegenheiten halfen. Eine polizeiliche Untersuchung in London kam zu dem Schluss, dass keine kriminellen Aktivitäten stattfanden. Lu verteidigte sich in seiner Verhandlung als bloße Hilfe bei der Erneuerung von Führerscheinen und sozialen Aktivitäten. Die Staatsanwaltschaft argumentierte jedoch, dass Lu das Büro für schädlichere Zwecke nutzte, um Kritiker Chinas zu überwachen.
Die Spionagebemühungen Chinas umfassten auch die Ergreifung von Geheimnissen und die Entwendung militärischer und technologischer Informationen. Lyle Morris, ein leitender Mitarbeiter am Asien-Gesellschaft-Institut, betonte, dass China über eine umfangreiche Bürokratie und ein Netzwerk von Ressourcen und Finanzmitteln Einfluss ausübte. Peking verfolgte die Überwachung von Dissidenten weltweit, da es glaubte, dass Kritik die Stabilität des Landes bedrohte. Die Regierung sah ulterior Motive, wenn westliche Staaten Plattformen für chinesische Dissidenten bereitstellten, um das Image Chinas zu beschmutzen.
Zudem versuchte die Regierung, Beziehungen zu sogenannten „Talenten“ in der US-Regierung und Wirtschaft aufzubauen. Die Bürgermeisterin Wang wurde gezielt angegriffen, weil sie einen Aufsatz veröffentlichte, der argumentierte, dass es keine Völkermord in der Provinz Xinjiang gäbe und keine Zwangsarbeit existiere. Diese Fälle stellten für die US-Staatsanwälte eine erhebliche Herausforderung dar, da die Beweisführung für solche Spionageakte Jahre der Arbeit und Ressourcen erforderte. Experten äußerten jedoch, dass die Aktivitäten Chinas nicht durch diese einzelnen Fälle gestoppt wurden.