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Wirtschaft

Abhörung der Kirchenbank: Steuerzahler drohten mit sechsstelligen Kosten für Opferentschädigungen

Gerichtsdokumente enthüllten die finanzielle Krise des katholischen Ordens und die Rolle der Regierung als letzter Rettungsanker

Die Christian Brothers, ein katholischer Orden mit einem schockierenden Verbrechensverlauf im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch, informierte das Gericht, dass sie bankrott war und die Entschädigung der Überlebenden nicht mehr leisten konnte. Neue Gerichtsunterlagen zeigten, dass australische Steuerzahler gezwungen sein könnten, bis zu 65 Millionen Dollar für Zahlungen an Hunderte von Opfern zu tragen, als dieser Teil der katholischen Kirche verschwand.

Die finanzielle Lage des Ordens wurde durch einen Aktuariatbericht offengelegt, der auf die aktuellen Verpflichtungen hinwies. Der Bericht enthüllte, dass bereits 340 Entschädigungsansprüche gegen die Christian Brothers vorlagen, welche dem religiösen Orden schätzungsweise 25 Millionen Dollar kosten sollten. Darüber hinaus prognostizierte der Bericht weitere 590 Ansprüche in den kommenden Jahren, deren Gesamtwert 40 Millionen Dollar betrug. Insgesamt stand der Orden mit 930 Ansprüchen in Höhe von 65 Millionen Dollar unter Druck.

Die Regelungen des Entschädigungsschemas machten die Bundesregierung zum „Finanzierer der letzten Instanz“. Dies bedeutete, dass die Regierung eingreifen musste, wenn eine Institution nicht mehr existierte oder keine Zahlungen leisten konnte, um die Kosten zu decken. Diese Situation löste eine scharfe Reaktion von der Sozialministerin Tanya Plibersek aus. Sie betonte, dass Opfer und Überlebende zur Rechenschaft gezogen werden müssten und dass die Christian Brothers die Verantwortung für den verursachten Schaden übernehmen sollten.

Die Christian Brothers versuchten, ihre verbliebenen 36 Immobilien zu verkaufen und die Erlöse zwischen verschiedenen Gläubigern, darunter Opfern und der Regierung, aufzuteilen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Erlöse aus diesen Verkäufen kaum ausreichen würden, um die Ansprüche der Überlebenden zu decken. Zudem wehrte sich eine separate juristische Einheit, die als Treuhänder der Edmund Rice Education Australia bekannt war, gegen jeden Versuch, diese Immobilien zu verkaufen, um den Opfern zu helfen.

Die Regierung versprach einen „forensischen Ansatz“ bei der finanziellen Umstrukturierung des Ordens. Die Regierung stellte sicher, dass die Integrität des Nationalen Entschädigungsschemas gewahrt blieb und dass Anträge gegen die Christian Brothers weiterhin gestellt und auf die übliche Weise entschieden wurden. Die Commonwealth-Regierung beteiligte sich an den Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof von New South Wales und handelte, um die Interessen der Opfer und der Steuerzahler zu schützen.

Die Dokumente enthüllten zudem, dass die Christian Brothers ihre schwindenden Finanzen nutzten, um neun verurteilte Kindermörder innerhalb des Ordens zu unterstützen und zwei verbliebene Immobilien zur Unterbringung von Brüdern mit schrecklichen Verbrechen nutzten. Es zeigte sich, dass noch weitere Immobilien Eigentum einer anderen Organisation, den Brüdern der Christian Schools of Ireland, blieben, welche für die Opfer und andere Gläubiger unerreichbar blieben. Die Nettovermögen dieser Organisation hatten sich rapide von 57 Millionen Dollar auf 47 Millionen Dollar reduziert.

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