Ein Gericht in Deutschland verurteilte einen Mann zu lebenslanger Haft wegen des Angriffs auf einen Weihnachtsmarkt in Magdeburg im Jahr 2024. Bei dem Vorfall starben sechs Menschen. Der Verurteilte, Taleb Al-Abdulmohsen, aus Saudi-Arabien, erhielt die höchste Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass er den Mord begangen hatte.
Die Ermittler berichteten, dass Al-Abdulmohsen am 20. Dezember 2024 mit einem gemieteten BMW mit Geschwindigkeiten von bis zu 48 Kilometern pro Stunde durch den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Magdeburg fuhr. Der Angriff ereignete sich um 19:02 Uhr, als der Markt mit Weihnachtsfesten und Glühwein-Ständen stark frequentiert war. Der Vorfall dauerte nur eine Minute und vier Sekunden. Dabei wurden ein neunjähriger Junge und fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren getötet. Rund dreihundert weitere Personen erlitten Verletzungen.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass der Täter den Angriff sorgfältig geplant hatte und allein gehandelt hatte. Er verfolgte keine ernsten ideologischen Ziele, sondern handelte primär aus persönlichen Motiven. Der Chefankläger Matthias Böttcher betonte, dass die einzige Sorge des Verurteilten und auch bis heute die einzige Sorge blieb, er selbst.
Ein psychiatrischer Sachverständiger diagnostizierte beim Mann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sowie ein überwältigendes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Al-Abdulmohsen erklärte vor Gericht, dass er durch Konflikte mit den deutschen Behörden motiviert gewesen sei. Er äußerte Ärger darüber, dass die Rechte der saudischen Frauen ignoriert wurden.
Der Verurteilte hatte 2016 Asyl in Deutschland erhalten. Es ging davon aus, dass er vor Verfolgung in Saudi-Arabien floh, bedingt durch seine Kritik am Islam und der Herrscherfamilie. Die deutsche Presseagentur erklärte, dass er aus Hofuf in Saudi-Arabien stammte und zur schiitischen Minderheit gehörte. Beamte wiesen darauf hin, dass er eine Vorgeschichte anti-islamistischer Rhetorik und rechtsextremer Sympathien besaß.
Zuvor arbeitete Al-Abdulmohsen als Spezialist für Psychiatrie und Psychotherapie in einer Klinik in Bernburg. Er war seit 2020 in einer psychiatrischen Einrichtung für Menschen mit Suchterkrankungen beschäftigt, wurde jedoch zuletzt als arbeitsunfähig registriert. Aufgrund der hohen Zahl der Opfer errichtete das Gericht ein temporäres Gerichtsgebäude in Magdeburg für das Verfahren. Vorher hatten deutsche Weihnachtsmärkte und Feste bereits unter Angriffen extremistischer Islamisten gelitten.