Melbourne-Historikerin Clare Wright gewann mit ihrem Werk Näku Dhäruk: The Bark Petitions den Preis für den besten Roman bei den NSW-Literaturpreisen. Das Sachbuch thematisierte die Entstehung der Yirrkala Bark Petitions, ein wegweisender Moment in der australischen Geschichte der Landrechte. Die Petitionen waren Dokumente, welche die Yolŋu-Ältesten 1963 dem australischen Parlament in Form bemalter Barkrahmen vorlegten. Sie forderten staatliches Eingreifen, nachdem ein Teil des Arnhem Land Reserves an ein französisches Bergbauunternehmen vergeben worden war.
Obwohl die Petitionen den Bergbau auf dem Land nicht stoppen konnten, führten sie zur Einführung der ersten Landrechtsgesetzgebung in Australien, dem Aboriginal Land Rights (Northern Territory) Act von 1976. Wright schrieb das Werk weniger wie eine historische Sachbuch, sondern eher wie einen Roman. Sie behandelte die Subjekte als Charaktere und zog den Leser mit ihren politischen Bestrebungen und ihren Resilienzaktionen in die Geschichte. Das Buch vermied die Unvermeidlichkeit, die bei einem reinen Geschichtswerk üblich ist.
Bei der Preisverleihung lobten die Jury das Buch als „ein Werk nationaler Bedeutung“ und empfanden die persönlichen Berichte als „lebendig“ und „durch eine außergewöhnliche Tiefe der Forschung und anspruchsvolle Wissenschaft“ gefüllt. Die Richter erklärten, es sei ein Buch, das „von allen Australiern gelesen werden sollte“.
Wright, die für ihre herausragende „Dienstleistung für Literatur und historische Forschung“ 2020 den Medal of the Order of Australia erhielt, hatte bereits mehrere Auszeichnungen für Näku Dhäruk erhalten, darunter den australischen Buchpreis für Politik 2025. Die Autorin betonte die Bedeutung der Erzählung, da die Yolŋu-Menschen die Geschichte wünschten, damit Australien ihre Erzählung kennenlernte. Leser, die in Nordost-Arnhem Land mit den Yolŋu-Menschen verbrachten, beschrieben das Lesen des Buches als ein Gefühl des Zuhauses.
Die Tatsache, dass das Buch in nur anderthalb Jahren seine vierte Auflage erblickte, bewies, dass eine Sehnsucht und ein Verlangen nach Geschichten bestand, welche das Bewusstsein für die nationale Vergangenheit bereichern. Näku Dhäruk etablierte somit eine wichtige Stimme in der Auseinandersetzung mit den komplexen historischen und kulturellen Entwicklungen Australiens.