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Wirtschaft

Gericht entscheidet: Coles täuschte Kunden mit Rabattaktionen

Bundesgericht stellt Preiswerbung in den Supermärkten in Frage

Das Bundesgericht entschied, dass Coles Kunden durch seine Rabattkampagne „Down Down“ getäuscht hatte. Das Urteil stellte einen bedeutenden Schlag für die Supermarktindustrie Australiens dar. Richter Michael O’Bryan erteilte seine Entscheidung am Donnerstag und stellte klar, dass die beworbenen Rabatte nicht als echte Ersparnisse galten.

Die australische Wettbewerbs- und Verbrauchkommission (ACCC) verklagte Coles und seinen Konkurrenten Woolworths. Die Kommission beschuldigte die Supermarktgiganten, zwischen 2021 und 2023 Kunden durch Werbeaktionen zu täuschen. Diese Aktionen dienten dazu, Preiserhöhungen bei Hunderten von Produkten zu verschleiern.

Die Strategie bestand in der sogenannten „was/ist“-Vergleichspräsentation. Coles präsentierte Produkte mit „Down Down“-Tickets, welche den neuen, angeblich reduzierten Preis („ist“) neben einem höheren „war“-Preis zeigten. Das Unternehmen enthüllte jedoch nicht, dass die „war“-Preise nur für eine kurze Zeit gültig waren oder dass die Artikel zuvor zu einem günstigeren Preis verkauft worden waren.

Während des Verfahrens gestand Coles, dass das Unternehmen geplant und mit dem Lieferanten vereinbart hatte, welchen neuen „Down Down“-Preis es festlegte, sobald der Preis von der ursprünglichen „war“-Preise auf den neuen Preis angehoben wurde. Die Rechtsbeistände des Supermarktes argumentierten, dass die Werbeangebote echte Rabatte darstellten, welche auf gestiegene Einkaufskosten der Lieferanten während einer Zeit hoher Inflation beruhten.

Der Richter bestätigte jedoch die Anschuldigung der ACCC. Er stellte fest, dass Coles auf 13 von 14 Werbetickets fälschlicherweise „Rabatte“ beworben hatte, basierend auf Preisen, die für zu kurze Zeiträume verfügbar waren. O’Bryan erklärte, dass die Rabattkarten für die Stichprobenprodukte nicht irreführend gewesen wären, wenn die „war“-Preise für einen Mindestzeitraum von zwölf Wochen gültig gewesen wären.

Diese Entscheidung setzt einen Präzedenzfall für die gesamte Supermarktbranche. Sie bestimmt, wie lange eine Preiserhöhung gelten muss, bevor ein Rabatt ohne rechtliche Konsequenzen beworben werden darf. Das Urteil bedeutet, dass Coles mit Strafen rechnen musste, wobei die Höhe der Geldstrafe erst bei späteren Gerichtsverhandlungen festgelegt wurde.

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