Der prominente kubanische Dissidentkünstler Luis Manuel Otero Alcántara erhielt die Erlaubnis zur Reise in die Vereinigten Staaten. Dies geschah nach Ende seiner Haftstrafe, die letzte Woche endete. Die Genehmigung erfolgte laut seiner offiziellen Facebook-Seite. Otero Alcántara wurde 2022 wegen Beleidigung nationaler Symbole, Verachtung und Störung der öffentlichen Ordnung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Behörden hatten ihn im Juli 2021 inhaftiert, als er seine Heimat Havana verließ, um den massiven Protesten auf der kommunistischen Insel beizutreten.
Am Freitag veröffentlichte eine Seite, die von seinen engen Freunden verwaltet wurde, eine Mitteilung. Diese besagte, dass der Antrag auf Parole für die Einreise in die Vereinigten Staaten genehmigt worden war. Die Parole bezeichnete hier die temporäre Erlaubnis, in die USA einzureisen und dort zu wohnen. Zwei Tage vor Ablauf seiner Strafe wurde der Künstler vom Gefängnis in eine Einrichtung der staatlichen Sicherheitskräfte überführt.
Die kubanischen Behörden lieferten seit dieser Überführung keine Informationen über seinen aktuellen Aufenthaltsort. Die Organisation Cubalex, ein in Miami ansässiges Hilfswerk, verurteilte die Maßnahme als „illegale Verweigerung der Freiheit“. Cubalex betrachtete die Situation als Versuch, den Künstler zu isolieren, während er auf die Möglichkeit der Ausreise in die USA wartete. Havana beschuldigte den Künstler zudem, im Auftrag von Washington die Stabilität Kubas zu gefährden.
Die Organisation Prisoners Defenders dokumentierte früher im Monat insgesamt 1.306 politische Gefangene auf Kuba. Sie wies darauf hin, dass 40 Personen als Minderjährige verhaftet worden waren, was die höchste Zahl war, die die Organisation bisher erfasste. Sechzehn dieser jungen Menschen blieben in Gefängnissen und Haftzentren für Erwachsene. Die politische Lage auf der Insel blieb angespannt.
Im März führten kubanische Beamte Gespräche mit der US-Regierung. Diese Gespräche fanden im Kontext einer strengen US-Ölblockade und häufiger Stromausfälle statt. Nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten und Verbündeten Nicolás Maduro durch die US-Militärs im Januar verhängte Präsident Donald Trump eine Exekutivverordnung, welche die karibische Insel unter eine Ölblockade stellte.