Neunzehn Elefanten starben in Kenia im vergangenen Monat in der Nähe eines Parks. Die Kenianische Wildtierschutzbehörde (KWS) vermutete, dass die Todesfälle auf die Aufnahme von Pestiziden durch die Tiere zurückzuführen waren, die auf nahegelegenen Tomatenfarmen verwendet wurden.
Erustus Kanga, der Generaldirektor der Behörde, teilte mit dem Fernsehen mit, dass Analysen von Proben der Kadaver Cyanidspuren aufwiesen. Cyanid war eine chemische Verbindung, die in der Landwirtschaft als Schädlingsbekämpfungsmittel und als Tierpräventionsgift eingesetzt wurde und auch von Wilderer genutzt wurde.
„Cyanid ist eine hochgiftige Chemikalie“, erklärte Kanga. „Wenn Elefanten Cyanid konsumierten, konnten sie nicht länger als einen oder zwei Tagen überleben.“
Die Todesfälle traten im Kimana-Sanctuar und in den Weidegebieten der Kuku-Gruppe rund um den Amboseli-Nationalpark auf. Dieses Gebiet umfasste 392 Quadratkilometer und beherbergte über 1.600 Elefanten. Forscher der Initiative „Weg zum Essen“ hatten zuvor den Einsatz von Cyanidsubstanzen auf den dort angebauten Kulturen gemeldet.
Isaac Lekolool, Leiter der Veterinär- und Fangdienste der KWS, berichtete, dass die Mägeninhalte eines Tieres aus dem Herdengruppengebiet Kimana „viele Tomaten“ enthielten. Dies deutete auf eine Vergiftung durch Agrochemikalien hin. Kanga warnte davor, dass die Auswirkungen auf eine größere Population zunehmen könnten, da auch Nutztiere aus den umliegenden Farmen fressen konnten.
Organisationen wie die Big Life Foundation äußerten große Besorgnis über die Verluste. Sie betonten, dass die Elefantenpopulation in Amboseli dank jahrzehntelanger gemeinschaftsorientierter Naturschutzbemühungen gut geschützt war und die Wilderei nahezu eliminiert. Dennoch sahen sie in den Todesfällen eine ernste Bedrohung für das Ökosystem.
Das Internationale Fonds für Tierwohl bezeichnete die Todesfälle als „zutiefst alarmierend“ und betonte, dass diese Ereignisse die Notwendigkeit unterstrichen, weiterhin in Wissenschaft, Überwachung und gemeinsame Schutzbemühungen zu investieren. Jeder verlorene Elefant sei bedeutend für die Spezies, für die Gesundheit der Ökosysteme und für die Gemeinschaften, die mit ihnen koexistierten.