Die Überreste von zwei deutschen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg wurden im Donau-Fluss in Budapest entdeckt. Dies geschah infolge rekordverdächtiger Niedrigwasserstände, die durch eine intensive Dürre verursacht worden waren. Neben den Skeletten fanden sich zudem die Identifikationsmarken der beiden Soldaten, ein weitgehend intaktes Motorrad der Wehrmacht sowie ein Ehering und ein Kuban-Schild, ein Kampfabzeichen der Wehrmacht, erklärte die Deutsche Kriegsgräberkommission.
Die bemerkenswerten Funde gaben Hoffnung, dass einige Familien endlich die Schicksale ihrer Vorfahren aufdecken konnten, mehr als achtzig Jahre nach dem Krieg. Arne Schrader von der Kriegsgräberkommission erklärte gegenüber der deutschen Zeitung Bild, dass nun ein Rätsel begann, dessen Lösung die Identität der beiden Verstorbenen bestimmen sollte. Die Überreste des Motorrads, das als ein DKW NZ 350-1-Modell identifiziert wurde und speziell für den Kriegseinsatz von 1944 an produziert worden war, zeugten von einer besonderen Erhaltung durch den Schlamm und das Öl, die sich am Flussbett befanden.
Die Kommission betonte, dass die beiden Fundstücke unterschiedlichen Ursprungs waren: Eine der Marken gehörte einem Soldaten der Wehrmacht, die andere einem Mitglied der Waffen-SS, einer Organisation, die wegen Kriegsverbrechen vor den Nürnberger Gerichten verurteilt worden war. Die Identifikationsmarken der Soldaten wurden während des Zweiten Weltkriegs bei deren Tod getrennt; eine Hälfte blieb beim Soldaten, die andere wurde an die deutschen Heeresbehörden gesandt, welche die Verluste verfolgten und Angehörige über die Todesfälle informierten.
Die Kriegsgräberkommission teilte mit, dass die Familien dieser beiden Soldaten „vergeudet“ hatten, auf die offizielle Benachrichtigung über ihre Todesfälle zu warten. Die Kommission begann mit der Untersuchung, um die Identitäten der beiden Soldaten zu ermitteln. Es wurde jedoch betont, dass die Bestimmung der genauen Identität Zeit in Anspruch nehmen würde, da noch viele Teile des Rätsels gesammelt werden mussten. Die Analyse der Knochen stellte dabei einen zentralen Weg dar, um die Identitäten der Soldaten festzustellen.
Die Entdeckung der Soldaten löste in sozialen Netzwerken große Aufmerksamkeit aus. Ein Nutzer in einer Plattform teilte seine Freude darüber, dass Angehörige wieder über den Aufenthaltsort ihrer Verwandten informiert wurden und die gefallenen Soldaten eine würdevolle Bestattung erhielten. Die Soldaten wurden im deutschen Kriegsgräberfriedhof in Budaörs beigesetzt, nahe der ungarischen Hauptstadt.