Pläne für ein umstrittenes Rechenzentrum im Norden von Sydney, bekannt als „Projekt Mars“, wurden zurückgezogen. Der Entwickler, die Goodman Group, gab an, die Entscheidung sei auf die sich wandelnden Vorschriften der Landes- und Bundesregierungen zurückzuführen. Die Pläne wurden am Montag aus dem Planungsportal von New South Wales entfernt, da die politische und regulatorische Umgebung für großflächige Rechenzentren signifikant gewandelt hatte.
Die Goodman Group begründete den Rückzug damit, dass sie die sich entwickelnden Bundes- und Landesrichtlinien berücksichtigt hatte. Sie konkludierte, dass sie das Entwicklungsvorhaben nicht fortsetzen würde, solange keine klare regulatorische Grundlage existierte.
Im August verkündete die Regierung von New South Wales einen neuen „Beschleunigungsrahmen“ für Rechenzentrumsanträge. Dieser Rahmen versprach eine Beurteilung der Anträge innerhalb von fünfundsiebzig Tagen, sofern die Pläne bestimmte Prinzipien erfüllten. Dazu gehörten die Anwendung von „weltklassigen“ Standards für Lärm und Luftverschmutzung, die Sicherstellung keiner Netto-Kosten für Verbraucher und Gemeinschaften sowie die Finanzierung zusätzlicher Wasser- und Energieversorgung.
Diese Maßnahme folgte auf die Regeln der Bundesregierung im Juli, die darauf abzielten, wachsende Bedenken der Bevölkerung hinsichtlich der Standortwahl von Rechenzentren sowie der Anforderungen an Energie- und Wasserverbrauch zu adressieren. Gesetze, die diese Anforderungen festlegten, erwarteten eine Verabschiedung im Bundesparlament Anfang nächsten Jahres.
Der Vorschlag für Lane Cove wurde zu einer Hauptquelle der Kritik an dem Wachstum der Rechenzentren in Australien. Anwohner kritisierten das Vorhaben wegen seiner Nähe zu Schulen, Veranstaltungsflächen und Grünflächen sowie wegen der wachsenden Sorgen bezüglich der Konzentration mehrerer Rechenzentren in Lane Cove. Die Guardian Australia berichtete bereits im Mai über diese Bedenken.
Die Sprecherin für verantwortungsvolle Planung aus Lane Cove erklärte ihre große Erleichterung über den Rückzug der Pläne. Sie betonte, dass ein angemessenes Regelwerk und ein zeitnahes Eingreifen der Regierungen auf die Forderung nach besserer Regulierung alle Beteiligten vor unnötigen Problemen bewahrt hätten. Sie hob hervor, dass es eine erhebliche regulatorische Lücke gab, welche zu unpassenden Rechenzentren führte, die den Gemeinschaften keinen Nutzen brachten.
Ein Sprecher der Goodman Group kommentierte die Situation nicht weiter, verwies jedoch auf die Eröffnungsäußerung des Geschäftsführers für Entwicklung, Ben McGilp, bei der Anhörung im Senat-Untersuchungsausschuss zu Rechenzentren. McGilp betonte die Notwendigkeit einer klaren, konsistenten und evidenzbasierten Regulierung, welche Vertrauen für Gemeinschaften, Regierungen und die Industrie schuf.
Die Branchenvertretung Data Centres Australia warnte den Ausschuss in ihrer Stellungnahme zur Untersuchung, dass das Risiko für Australien nicht die Überbauung von Rechenzentren, sondern die Unterbauung darstellte. Sie argumentierte, dass die Umleitung der Investitionen nicht den globalen Energie- oder Wasserverbrauch reduzierte, sondern diese lediglich in Jurisdiktionen lenkte, die schwächere Schutzmechanismen besaßen als Australien, während Australien den wirtschaftlichen Wert und die souveräne Fähigkeit verlor.