Der renommierte Journalist David Hencke starb im Alter von 79 Jahren an Leberkrebs. Seine Karriere beim Guardian erstreckte sich über mehr als drei Jahrzehnte. Hencke war ein zentraler Akteur bei der Enthüllung des Skandals “Geld für Fragen”, welcher die Rücktritte von zwei konservativen Ministern erzwingte. Zudem lieferte er die entscheidende Berichterstattung, die zu Peters Mandelsons erster Resignation aus der Regierung führte.
Katharine Viner, die Chefredakteurin des Guardian, würdigte Hencke als eine wahre Fleet Street-Legende. Er arbeitete über dreißig Jahre für die Zeitung und verantwortete die Veröffentlichung einiger der größten politischen Geschichten seiner Zeit. Hencke entwickelte sich zum gefürchtetsten Journalisten in Westminster, bedingt durch seine scharfe Wahrnehmung politischer Skandale und Verfehlungen. Er arbeitete mit einer Energie und einem Engagement, das seine Kollegen und Rivalen über eine beeindruckend lange und wichtige Laufbahn inspirierte.
Francis Beckett, ein angesehener Journalist, der mit Hencke an drei Büchern zusammenarbeitete, berichtete über seine Entdeckung einer Leidenschaft früh im Leben. Er fand Freude daran, Dinge aufzudecken, die reiche und mächtige Personen nicht preisgeben wollten, und diese dann den Lesern zu übermitteln. Beckett sah regelmäßig die Aufregung, die Hencke empfand, wenn er etwas völlig Neues entdeckte, das eine mächtige Figur versucht hatte zu verbergen und in ein Buch zu bringen.
Hencke war ein formidabler Berichtsersteller, dessen gelassene Art und seine scharfe Auge für eine Geschichte ihn zu einem begehrten Berichtsersteller machten. Er wirkte völlig unschuldig. Beckett vermutete, dass er bei einem Politiker mit einem Geheimnis auf David vertraut hätte.
Hencke arbeitete bis kurz vor seinem Tod noch an einer Geschichte. Dies unterstrich die tiefe Hingabe, die er in seine Arbeit steckte. Er trat 1986 als Reporter bei und absolvierte anschließend seine Tätigkeit als Westminster-Korrespondent, eine Position, die er bis zu seiner Abreise im Jahr 2009 innehatte. In seiner späteren Laufbahn engagierte er sich als investigativer Journalist.
Im Jahr 1994 erhielt Hencke den Titel Reporter des Jahres für seine Berichterstattung über den “Geld für Fragen”-Skandal. Diese Geschichte erhöhte das öffentliche Bewusstsein für die Korruption innerhalb der konservativen Partei in den neunzigsten Jahren. Der Fall war ein zentrales Thema bei der Bundestagswahl 1997, die achtzehn Jahre konservativer Herrschaft beendete. Es führte schließlich zu den Rücktritten der Minister Neil Hamilton und Tim Smith. Tim Smith trat als Abgeordneter zurück, während Hamilton von Martin Bell, der auf einer explizit anti-korrupten Plattform stand, besiegt wurde.
Zudem gewann Hencke 1998 den Berichtsersteller des Jahres für die Enthüllung von Peters Mandelsons geheinem Kredit von 373.000 Pfund mit seinem Kollegen Geoffrey Robinson. Die Berichterstattung zeigte, dass dieses Geld Mandelson ermöglichte, sein Haus in Notting Hill zu erwerben.