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Welt

David Willey, BBC-Korrespondent, starb im Alter von 93 Jahren

Ein Leben in der Berichterstattung über das Vatikan und die Papsttum-Geschichte

David Willey, ein angesehener BBC-Korrespondent, verstarb im Alter von neunundneunzig Jahren. Er hatte über ein halbes Jahrhundert als ausländischer Korrespondent für die BBC gedient. Willey berichtete aus Algerien, Vietnam und China, doch er war vor allem für seine Zeit in Rom als BBC-Korrespondent für das Vatikan bekannt. Dort deckte er die Papsttum-Periode von fünf Päpsten ab.

Er galt weithin als eine der erfahrensten journalistischen Stimmen über das Vatikan. Willey verfasste ein Buch über Papst Franziskus und erhielt eine Orden für seine Dienste im Rundfunkjournalismus. Er arbeitete bis in seine neunzigsten Jahre. Im letzten Jahr, nach dem Tod Papst Franziskus, reflektierte Willey über die Veränderungen, die das Vatikan unter dem späten Pontifikat durchlaufen hatte.

Mark Lowen, BBC-Korrespondent und Moderator, lobte Willey als „eine ehrwürdige Freund und Kollege mit einem schelmischen Sinn für Humor und endlosen faszinierenden Geschichten aus seinen Tätigkeiten um die Welt“. Gillian Hazell, die eng mit Willey in Rom zusammenarbeitete, bezeichnete ihn als „einen geschätzten Freund und Kollegen mit einem schelmischen Sinn für Humor und endlosen faszinierenden Geschichten aus seinen Tätigkeiten um die Welt“.

Willey begann seine Karriere als Auszubildender bei der Nachrichtenagentur Reuters und berichtete 1957 über die Unterzeichnung des Vertrags von Rom. Dieses Dokument bildete die Grundlage für die heutige Europäische Union. Er erinnerte sich an die Zeit bei der Unterzeichnung: „Ich war tatsächlich im riesigen Raum, der mit Szenen antiker römischer Schlachten bemalt war, als die sechs frock-bekleideten Gründer der Europe of the Six ihre Unterschriften unter den Vertrag setzten“. In diesem Raum befanden sich Mitglieder des Parlaments, Stadtbehörden und, so erinnerte er sich, ein einzelner Kardinal mit roter Mütze vom Vatikan aus.

Willey arbeitete anschließend als Freiberufler in Algerien, bevor er 1964 zum BBC-Korrespondenten für Ostafrika wurde. Er berichtete dann über Asien, darunter über den Vietnamkrieg und China nach der kommunistischen Revolution. Doch David Willey blieb vor allem für seine jahrzehntelange Arbeit in Rom in Erinnerung.

Er wurde zu einer Autorität über die Papsttum-Periode von fünf Päpsten. Eine seiner bemerkenswertesten Aufgaben war der Attentatversuch auf Johannes Paul II. 1981. Im letzten Jahr traf Willey seinen fünften Papst, den neu gewählten Papst Leo. In seinem Artikel über die modernen Veränderungen im Vatikan reflektierte Willey auch über sein eigenes Leben darin: „Ich habe plötzlich mit etwas Schock erkannt, dass ich nicht nur vier Jahre älter als der verstorbene Papst Franziskus war, sondern dass mein eigenes Leben nunmehr durch nicht weniger als acht aufeinanderfolgende päpstliche Regierungszeiten erstreckt werde“. Willey verfasste ein Buch über den verstorbenen Pontifikat: „Das Versprechen von Franziskus: Der Mann, der Papst und die Herausforderung der Veränderung“, welches er 2016 Franziskus präsentierte.

Willey erinnerte sich an seine frühe Berichterstattung über das Vatikan für Reuters in den 1950er Jahren. Er schrieb: „Wir waren auf einen korrupten Vatikanbeamten angewiesen, um den Text einer wichtigen päpstlichen Rede vor der Zustellung zu erhalten“. Er beschrieb seine tägliche Routine: „Es war meine Aufgabe, den Bus bis zum Café gegenüber dem Haupteingang der Vatikanstadt um acht Uhr morgens an einem Ostersonntag zu fahren, um ein Dokument heimlich abzuholen, das ersmuggelt hatte“.

David Willey starb an Herzversagen in Italien, dem Land, in dem er sein Zuhause machte. Bis zu seinem Ende blieb er in seiner Analyse scharfsinnig, großzügig mit seiner Zeit und eine unschätzbare Ressource für jene Reporter, die ihm folgten.

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