Die Abgeordnete Moira Deeming zog die rechtliche Klage gegen ihre eigene Partei zurück. Dieser Schritt erfolgte als letzte Anstrengung, um eine Disendorsement-Entscheidung vor der Landtagswahl zu verhindern. Deeming hatte am 3. Juli eine oberste Gerichtshof-Anfechtung gegen den Präsidenten der Victorian Liberal Party, Brian Loughnane, eingeleitet. Die Klage betraf Vorwürfe einer Körperverletzung gegen den ehemaligen Spitzenkandidaten Matthew Guy. Nach der Feststellung der Polizei, dass keine Straftat vorlag, zog Deeming die Klage am Mittwoch zurück.
Deeming erklärte in einer Stellungnahme, dass die einstweilige Verfügung ihren Zweck erfüllt habe. Sie präsentierte dem Landesvorstand ein zwölfseitiges Schreiben, welches ein Vermittlungsvorschlag enthielt. Dieser Vorschlag ermöglichte es ihr, die gerichtliche Angelegenheit zu beenden. Sie betonte, dass sie den Sachverhalt in gutem Glauben verfolgt und die Vertraulichkeit aller Beteiligten respektiert habe. Sie unterwarf sich den Anweisungen der Partei und befolgte das Gesetz, anstatt den Konflikt über die Medien zu führen.
Die Abgeordnete stand vor der Gefahr, vor der bevorstehenden Landtagswahl als Kandidatin nicht unterstützt zu werden. Die Entscheidung des Landesvorstands hing nun davon ab, ob er eine Vermittlung anstrebte oder eine Disendorsement-Entscheidung traf. Deeming versprach, ihre Arbeit fortzusetzen und für die Bürgerinnen und Bürger zu dienen sowie gegen die Arbeiterpartei zu kämpfen.
Im Hintergrund des Vorfalls zeigte Filmmaterial aus einer Veranstaltung im Mai, bei dem Guy seine Hand auf Deemings Rücken legte. Die Polizei überprüfte das Filmmaterial und stellte fest, dass keine Straftat begangen worden war. Deeming hatte ihren Kollegen vorgeworfen, sie „gewalttätig“ in eine Kopfhaltung zu nehmen, was sie später als Missverständnis der Bedeutung des Begriffs erklärte. Sie begründete ihre Verwirrung mit der Zeit im Ausland, der jetlagigen Verfassung und der Unwohlsein, die sie während der Disendorsement-Sitzung erlebte.
Guy forderte in einer Stellungnahme eine öffentliche Entschuldigung von Moira Deeming. Er forderte auch Entschuldigungen vom Premierminister und vom Generalstaatsanwalt. Er erklärte, dass diese Entschuldigungen entweder auf den „einfachen“ oder dem „härteren“ Weg erfolgen könnten. Der Parteivorsitzende Jess Wilson äußerte sich zu Deemings Zukunft am Mittwoch nicht, da die Angelegenheit vor den Gerichten lag.