Todesfälle auf der Ananasfarm von Del Monte in Kenia führten zu wachsender Besorgnis. Angehörige und Politiker äußerten Alarm über die fortgesetzte Gewalt, obwohl das Unternehmen die Sicherheitsfirma G4S beauftragte, um das interne Sicherheitsteam zu ersetzen. Die Berichte des Guardian enthüllten Vorwürfe brutaler Angriffe und Tötungen von Personen, die auf das Gelände unbefugt betraten.
Del Monte setzte G4S ein, um die Farm, die mindestens 40 Quadratkilometer umfasste, zu sichern. Die Polizei arbeitete eng mit G4S zusammen, um das Gelände zu bewachen. Im vergangenen Jahr starben drei Männer, darunter zwei Brüder, in verschiedenen Vorfällen, die angeblich mit den G4S-Sicherheitspersonal in Verbindung standen.
Stephen Marubu Kibandi, 34 Jahre alt, wurde im August eine Schusswunde in der Brust erlitten, nachdem er angeblich von G4S-Garde angegriffen worden war. Sein Bruder, Haron Kame Kibandi, starb im April dieses Jahres nach einem Vorfall, bei dem er angeblich von Steinen getroffen und von einem Motorrad gestürzt wurde. Ein dritter Mann, Michael Muiruri, starb nach einem Unfall, bei dem er von einem G4S-Pickup-Truck von einem Motorrad gestoßen wurde.
Im Jahr 2023 enthüllte der Guardian Vorwürfe über die Tötung von vier Männern auf der Farm über ein Jahrzehnt. Eine Sicherheitsprüfung des Geländes ergab, dass die Farm menschenrechtliche Schäden in verschiedenen Bereichen verursachte. Im März 2024 verlagerte Del Monte Kenia die gesamte Sicherheit auf die 270 G4S-Sicherheitspersonal. Wayne Cooke, damals stellvertretender Geschäftsführer von Del Monte Kenia, betonte, dass die Sicherheit jedes Einzelnen und der umliegenden Gemeinschaft oberste Priorität habe.
Die kenianische Polizei erweiterte dieses Jahr ihre Zusammenarbeit mit G4S und richtete eine „Einheit zum Schutz kritischer Infrastruktur“ ein, um die Sicherheit auf der Farm zu verbessern. Aktivisten befürchteten, dass die Beteiligung der Polizei die Verfolgung tödlicher Gewalt erschwerte. G4S wies jegliche Fehlverhalten zurück.
Die Farm in Murang’a County stellte den größten Export von kenianischen Produkten dar und erwirtschaftete jährlich über 100 Millionen Dollar. Ein kenianischer Senator forderte eine unabhängige Untersuchung der Gewalt auf der Farm. Die Familie Kibandi äußerte tiefe Trauer und mangelndes Vertrauen in die Polizei, um den Tod seines Bruders zu untersuchen.
Ein G4S-Sprecher erklärte, dass die Sicherheitskräfte umfassend geschult worden seien, einschließlich Verfahren zur Deeskalation und zum Mindestgebrauch von Verteidigungskraft. Das Unternehmen betonte, dass die gemachten Vorwürfe entweder mit Polizeieinsätzen oder Verkehrsunfällen zusammenhingen, welche von der kenianischen Polizei untersucht wurden. Eine Quelle bei Del Monte Kenia erklärte, dass G4S zur Sicherung der Farm beauftragt worden sei, weil das Unternehmen ein starkes Bekenntnis zu Menschenrechtsstandards besaß und eine Diversifizierung der Sicherheitsfirmen vorgenommen habe.