Am Montag verkündete die Regierung von Delhi Pläne, Benzin-Roller, Motorräder und Autorikschas schrittweise durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Ziel dieser Maßnahme war es, die gefährlich hohen Schadstoffwerte in der Hauptstadt bis zum Ende des Jahrzehnts zu senken. Diese Politik sah vor, neue Benzin- und Gas-Roller sowie Lastwagen und Busse innerhalb der nächsten zwei Jahre aus dem Verkehr zu ziehen.
Die Politik wurde von einigen Umweltschützern als entscheidender Wendepunkt im Kampf gegen toxische Emissionen gefeiert. In den letzten Jahren stellte der Verkehr einen der größten Verursacher der Luftverschmutzung in Delhi dar, welche gesundheitlich gefährliche Werte erreichte und jährlich Zehntausende von Todesfällen verursachte. Roller und Tuk-Tuks, die größtenteils mit Benzin und komprimiertem Erdgas betrieben wurden, machten mehr als zwei Drittel aller Fahrzeuge auf den Straßen der Hauptstadt aus.
Gemäß der neuen Regelung erhielten neue Kennzeichen für Elektro-Kleinlastwagen und Dreiräder, sogenannte E-Tuk-Tuks, ab 2027, sowie für E-Roller und Elektro-Motorräder ab 2028. Die Regierung hoffte, durch diese Umstellung bis 2030 mindestens 30 Prozent der Fahrzeugflotte der Hauptstadt auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Die Politik konzentrierte sich auf reine Elektrofahrzeuge, welche als emissionsfreie Fahrzeuge überlegene Umweltvorteile boten.
Amit Bhatt, Geschäftsführer des Internationalen Rates für saubere Verkehrsmittel, bemerkte, dass die schrittweise Abschaffung von Zweirad- und Dreirädern ein Wendepunkt im Kampf gegen die Luftverschmutzung Delhis darstellte. Er betonte, dass die Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge die Fahrzeugemissionen signifikant reduzierte und die öffentliche Gesundheit verbesserte.
Die Regierung sah sich jedoch erheblicher Kritik und zahlreichen Protesten ausgesetzt, als sie während des Winters wegen ihrer Untätigkeit bei den gefährlich hohen Schadstoffwerten kritisiert wurde. Die eigenen Zahlen der Regierung zeigten, dass die Fahrzeugemissionen durchschnittlich 23 Prozent der Luftschadstoffe ausmachten und somit die größte Einzelquelle darstellten, insbesondere während der toxischen Wintermonate.
Obwohl E-Tuk-Tuk-Fahrzeuge in den letzten zwei Jahren zunehmend bekannt wurden, erschwerte das Fehlen von Ladestationen den Wechsel bei den Fahrern. Die Regierung versprach, über 30.000 öffentliche Ladepunkte in der Hauptstadt einzurichten. Ein Tuk-Tuk-Fahrer äußerte jedoch Skepsis bezüglich einer realistischen Umstellung innerhalb von nur zwei Jahren und befürchtete, dass die Elektrofahrzeuge nicht die gleiche Einkommensquelle bieten würden. Er beklagte die Notwendigkeit langer Ladezeiten und die Unsicherheit bezüglich der Wartung und des Schutzes der Batterien.
Kritiker bemängelten zudem, dass die Politik ihren Fokus auf private Fahrzeuge beschränkte. Eine prominente Umweltschützerin forderte, dass die Regierung auch die Erweiterung des grünen öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt vornehmen müsse. Sie argumentierte, dass die aktuelle Politik in der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und der „letzten Meile“ mit grünen Lösungen versagte, um den Verkehrsstaus und den Staub in der Stadt zu reduzieren.